Neue Ingo-Busse in St. Ingbert erhalten WLAN

Bus-Ausstattung : Ingo-Busse gehen ins weltweite Netz

Aus den bisherigen Ingo-Überlandbussen werden wieder richtige Stadtbusse, die auch weitestgehend barrierefrei sind. Die sieben neuen „Ingos“ werden auch mit moderner Technik für die Fahrgäste ausgestattet.

Bald werden neue Ingo-Busse in St. Ingbert unterwegs sein. Es ist nicht so, dass die aktuell eingesetzten Fahrzeuge, die erst 2016 geliefert wurden, schon zum alten Eisen gehören. Aber wegen eines Verwaltungsfehlers waren Überlandbusse auf den städtischen Strecken eingesetzt worden. Das hat Vorteile, aber eben auch viele Nachteile, auf die gerade die älteren oder gehandicapten Bürger sowie Familien mit Kinderwagen hingewiesen hatten. Unter den Fahrgästen sind auch angesichts des sich gerade vollziehenden demografischen Wandels viele Senioren, die die barrierefreie Ausstattung der Busse ohne Stufen oder mit einem entsprechend angepassten Einstieg zu schätzen wissen. Ebenso soll dem Wunsch nach sicheren Stellplätzen von Rollstühlen oder Rollatoren Rechnung getragen werden.

Der im Stadtrat zuständige Ausschuss hatte sich mehrmals die derzeit im Einsatz befindlichen Busse als auch entsprechende Stadtbus-Alternativen angeschaut und sich dabei vom Seniorenbeirat und Behindertenbeauftragten beraten lassen. Einige Besichtigungstermine und Beschlüsse später sind die neuen Busse nun seit Ende Mai da. Es sind sieben, die nun noch mit Ziel- und Innenanzeigen, Bordrechner und Außenbeklebung ausgestattet werden, bevor sie ihren Dienst auf der Straße antreten.

Doch seit November 2017, als der Betreiber Saar-Mobil sein Angebot abgegeben hatte, ist auf dem Fahrzeugmarkt preislich einiges passiert. In der Konsequenz bedeutet das, dass sich bei Mercedes-Benz der Kaufpreis eines Busses einschließlich Ausrüstung in diesen zwei Jahren um 10 860 Euro erhöht hat. Somit muss das Angebot auch unter Berücksichtigung der achtjährigen Abschreibung und des erhöhten Wiederverkaufswertes von 99000 Euro auf 107 400 Euro pro Jahr für alle Busse zusammen angepasst werden. Außerdem verwies der Geschäftsführer von Saar-Mobil, Arne Bach, in seinem Schreiben darauf, dass das Unternehmen den Einbau von USB-Ladesteckdosen und W-Lan anbiete.

Die Ausstattung mit USB-Ladesteckdosen, insgesamt 14 Stück bei zwei Anschlüssen pro Bus, bietet Saar-Mobil für 2475 Euro, die Ausstattung mit W-Lan für 1680 Euro pro Fahrzeug und Jahr an. Für den Betrieb des drahtlosen lokalen Netzwerks werden monatlich 40 Euro pro Fahrzeug fällig. Für sieben Busse kostet der Einbau des W-Lan also insgesamt 11 760 Euro jährlich plus 3360 Euro Betriebskosten. Wie die Verwaltung in ihren Erläuterungen zur Sitzung mitteilte, seien die höheren finanziellen Belastungen durch die Buchungsstelle „Kostenerstattungen an Gemeinden und Gemeindeverbände“ gedeckelt und somit für 2019 und 2020 ausreichend Haushaltsmittel vorhanden.

Für die ab 2021 dann folgenden Jahre müssten allerdings die höhere Zuzahlung von 107 400 Euro pro Jahr und eventuell die jährlichen Kosten für den W-Lan-Betrieb entsprechend berücksichtigt werden. Im jüngsten Ausschuss für Baumanagement sollte aber vor allem über die Anregung zur Ausstattung mit USB und W-Lan beraten werden. Arne Bach stand dem Gremium im Rathaus für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. „Ist das Netz denn stabiler als das bei der Bahn?“, interessierte sich Roland Körner (Familien-Partei) vor allem für die Zuverlässigkeit des Netzes. „Ich kann nur das empfangen, was die Sendeanlage hergibt“, sagte Bach.

Außerdem wollte Körner wissen, wie die Erfahrungen der Nutzung des Angebots auf bestehenden Linien mit dieser Ausrüstung ist. „Viele sagen, wir brauchen das eigentlich gar nicht, aber wir wissen, dass es gut angenommen wird. Natürlich haben junge Leute ein anderes Nutzungsverhalten als ältere. Die meisten sind aber sehr froh mit dieser Ausstattung“, sagte der Mann von Saar-Mobil. Nachdem Verwaltungsmitarbeiter Thomas Diederichs die notwendigen Geldmittel bestätigt hatte, müsse nun noch der Stadtrat zustimmen. Der Ausschuss erachtete die Anschaffung als sinnvoll und fasste einen entsprechenden Beschluss.

Mehr von Saarbrücker Zeitung