Ausstellung in St. Ingbert Neue Kunst in der „Galerie mit Herz“

St Ingbert · Unter dem „Kopf – Rost und Natur“ stellen drei Künstlerinnen ab kommenden Samstag höchst unterschiedliche Werke in den Räumen von Doris Tabillion aus.

 Bereiten die neue Ausstellung in der „Galerie mit Herz“ in St. Ingbert vor: (von links): Hanne Müller-Scherzinger, Marion Kaufmann, Doris Tabillion und Katja Heß.

Bereiten die neue Ausstellung in der „Galerie mit Herz“ in St. Ingbert vor: (von links): Hanne Müller-Scherzinger, Marion Kaufmann, Doris Tabillion und Katja Heß.

Foto: Brigitte Quack

Voller Zuversicht startet Doris Tabillion in die nächste Runde ihres Ausstellungsreigens. Am kommenden Samstag eröffnet die St. Ingberterin in ihrer „Galerie mit Herz“ eine neue Ausstellung mit dem aussagekräftigen Titel „Kopf – Rost und Natur“. Und in der Tat sind Köpfe zu sehen – solche, die Marion Kaufmann aus Ton gekonnt und fantasievoll modelliert hat. Zum andern gibt es Rost zu sehen – solchen, den Katja Heß als wesentlichen Bestandteil ihrer Gemälde beisteuert, denn diese sind auf der Basis von oxidierten Eisengrundierungen gestaltet und setzen Zerfall und Spuren der Zeit ausdrucksstark in Szene. Und zum Dritten ist auch die Natur vertreten, die den Gemälden von Hanne Müller-Scherzinger ihr ausdrucksstarkes farbiges Leben einhaucht.

Als „Emotionen in Farbe“ bezeichnet Müller-Scherzinger ihre Gemälde, die sie in Mischtechniken gestaltet. Stets in Anlehnung an Erlebtes, Gesehenes, Gefühltes, das sie Schicht um Schicht in kraftvolle Bilder übersetzt. Dabei geht sie sehr experimentell zu Werke. Die Malerin und Keramikerin aus Ensdorf mischt Öl- mit Acrylfarben, nutzt Pigmente und Tusche, wenn sie ohne Vorzeichnung mit den unterschiedlichsten Malwerkzeugen ihre Bildwelten gestaltet. Viele Malschichten und verschiedene Materialien lassen die Oberflächen strukturiert und kompakt erscheinen und verleihen den Bildern eine große Ausdruckskraft.

Sehr ausdrucksstark sind auch die „rostigen“ Arbeiten von Katja Heß. Aus ihrer Faszination für „lost places“ (verlassene Orte) erwachsen, verbildlichen sie eine Atmosphäre, die nicht nur Fotografen in Bann zieht: Spuren vergangener Zeiten an alten, verlassenen Orten. Wenn sie metallene Fundstücke auf Leinwände montiert, ist sie spröden, seit Jahren unberührten Details auf der Spur, die ihre eigene Geschichte mitbringen. Dabei gelingt es ihr bestens, diese in bildnerische Arrangements zu integrieren und gleichzeitig Trostlosigkeit und Poesie auf zurückhaltende, malerische Art und Weise zu vereinen.

Auch Marion Kaufmann versteht es, Stimmungen einzufangen und in ihrer eigenen künstlerischen Ausdrucksweise zu veranschaulichen. Sie zeigt Köpfe aus Ton, die sowohl verschiedenen Serien entstammen als auch als Einzelstücke modelliert wurden. Während Udo Lindenberg im Treppenhaus die Gäste in Empfang nimmt, führen ihre im Galerieraum ausgestellten Porträtköpfe unter anderem die „Sieben Todsünden“ vor Augen, aber auch die Charakterköpfe der Mönche aus dem Film „Der Name der Rose“. Lebendig und imposant geformt, mit dem Schwerpunkt auf Mimik und Augen, erzählen sie augenzwinkernd kleine Geschichten menschlicher Charaktereigenschaften.

Marion Kaufmann/ Katja Heß/Hanne Müller-Scherzinger – „Kopf – Rost und Natur“. Bis zum 19. Juni. Galerie mit Herz, Rickertstraße 29 (Eingang Café-Stube), Dienstag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 14 Uhr, Künstlerpräsenz samstags von 11 bis 13 Uhr. Die Eröffnung ist am Samstag, 7. Mai, um 11 Uhr.