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Neue Ausstellung im Kunstraum „doris t.“ in St. Ingbert

Kunst in Corona-Zeiten : Neue Ausstellung im Kunstraum „doris t.“

Die Künstler Sabine Leismann, Rolf Stöckle und Wolfgang Lang präsentieren bei Doris Tabillion bis Ende Juni die „Magie der Farben“.

„Eine Vernissage konnte aufgrund der aktuellen Situation leider nicht stattfinden“, bedauert Doris Tabillion. So hat sie ihren Ausstellungsbetrieb nach mehrwöchiger Corona-Pause halt ohne offizielle Eröffnung wieder aufgenommen und zeigt seit vergangenem Samstag (30. Mai) in ihrem Kunstraum „doris t.“ die „Magie der Farben“. Mit drei Künstlern, deren Werke zwar unterschiedliche Vorgehensweisen spiegeln, aber alle der Farbe huldigen.

Zum einen sind da die expressiven, farbstarken Bilder von Sabine Leismann: Experimentelle Gemälde in Mischtechniken, gesprüht und gemalt mit Pinseln und Händen, mit strukturierten Oberflächen, die bisweilen Reliefstrukturen annehmen. Arbeiten in unterschiedlichen Formaten, die vor Lebensfreude und Optimismus geradezu sprühen und einen spirituellen Hintergrund haben. Denn die St. Ingberterin, die täglich ZEN praktiziert und sich auch Yoga eng verbunden fühlt, schöpft ihre „Seelenkunst“, wie sie sagt, aus dem Unbewussten. Aus tiefen Gefühlen, Visionen, Träumen und intensiven Momenten, die sie in übereinander gelagerten Farbschichten mit vielen unterschiedlichen Tönen in ihrer ganz individuellen Art auf die Leinwand bringt: wild und bewegt, kontrastreich und ausdrucksstark.

Nicht weniger bewegt, aber in der Farbwahl etwas reduzierter kommen die abstrakten Gemälde von Rolf Stöckle einher. Inspiriert unter anderem auch von dem Pfälzer Künstler Ludwig Grub, seinem Onkel, beschäftigte er sich Zeit seines Lebens mit Musik und Bildender Kunst. Seinen eigenen Weg fand der Zweibrücker in ausdrucksstarken Acrylgemälden, die meist auf zwei kontrastreich zusammengebrachten Farben wie etwa Gelb und Blau aufbauen. Nass in Nass werden diese auf der Leinwand zu vielen unterschiedlichen Nuancen gemischt und erschaffen imposante Bildwelten, die auf einen intuitiven Schaffensprozess zurückverweisen. Doch Stöckle kann auch anders, wie seine ruhigen, nicht minder beeindruckenden Landschaftsbilder mit ihren wunderbar weiten Horizonten belegen.

Der Dritte im Bunde der Ausstellenden ist Wolfgang Lang, der vor Jahren begann, mit Farben auf Holzgründen zu experimentieren. Dabei wurde aus dem Zufall seine ganz eigene Art und Weise der Bildgestaltung geboren, die er auf Bildgründen aus Holz und Leinwand anwendet. Wenn er diese mit Fließmedien vorbehandelt hat, spritzt und tropft er die Farbe, fügt verschiedene Metallpulver und bisweilen Öle bei, bläst, dreht und wendet sie. Dabei mischen sich die Farben in zahlreiche, nicht kalkulierbare Nuancen und Strukturen in einem stundenlangen Trocknungsprozess. Anschießend gestaltet er die glänzenden Oberflächen mit Lack und/oder Gießharz, womit er die vielfältigen Lichtbrechungen nochmals betont und einen strahlenden Glanzeffekt erreicht. So entstehen Werke, die Auge und Fantasie zum Verweilen einladen und die unterschiedlichsten Assoziationen wecken.

Magie der Farben – Sabine Leismann, Rolf Stöckle, Wolfgang Lang. Bis zum 30. Juni. Galerie „doris t.“, Kaiserstraße 29 (Eingang Caféstube, Rickertstraße) in St. Ingbert. Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag 8 bis 14 Uhr, Künstlerpräsenz: Samstag 11 bis 14 Uhr.