Neue Apotheke für Blieskastel

Blieskastel. An diesem Samstag eröffnet Apothekerin Stephanie Kedziora die Schlossberg-Apotheke in den Räumen der ehemaligen Löwen-Apotheke in Blieskastel. In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in der Kardinal-Wendel-Straße 26 im Herzen der Altstadt befindet sich schon seit der Zeit der Gräfin Marianne von der Leyen die älteste und lange Zeit auch einzige Apotheke in Blieskastel

Blieskastel. An diesem Samstag eröffnet Apothekerin Stephanie Kedziora die Schlossberg-Apotheke in den Räumen der ehemaligen Löwen-Apotheke in Blieskastel. In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in der Kardinal-Wendel-Straße 26 im Herzen der Altstadt befindet sich schon seit der Zeit der Gräfin Marianne von der Leyen die älteste und lange Zeit auch einzige Apotheke in Blieskastel. Am 25. Januar 1773 wurde Apotheker Matthias Mehler durch gräfliches Dekret das alleinige Recht zur Errichtung einer Apotheke in Blieskastel erteilt. Er legte sich selbst den Titel "Hofapotheker" zu.Auf Mehler folgte 1793 Hermann Gottfried Knaps, 1843 Karl Hermann Knaps, 1878 Karl Richter, 1895 Erich Eduard Diedenhofen, 1908 Franz Sitzberger, 1933 Fritz Weingarth, 1969 Ludwig Lehnert, 1997 Dr. Sigrid Klein. Natürlich wurde die Apotheke im Lauf der Jahre mehrmals umgebaut und erweitert, zuletzt unter Apotheker Weingarth, den viele ältere Bürger aus Blieskastel und Umgebung noch kennen und der die Apotheke bis zum hohen Alter von 83 Jahren leitete.

Er kaufte das Haus, das an das Anwesen anschließt und in dem sich früher ein Friseurgeschäft (Friseur Loth) befand und somit erhielt die Apotheke einen zusätzlichen Eingang von der Schlossbergstraße aus. Unter Apotheker Ludwig Lehnert wurden zwei Arztpraxen und eine Anwaltskanzlei in den Räumen über der Apotheke errichtet. Aber nicht nur die Räumlichkeiten haben sich verändert, sondern der Apothekenbetrieb selbst hat im Lauf der Jahrhunderte vielfältige Veränderungen erfahren.

Lag zur Zeit der Gräfin von der Leyen die Hauptaufgabe des Apothekers darin, pflanzliche Arzneimittel herzustellen, und wurden unter Apotheker Weingarth noch fast alle Salben, Zäpfchen, Pillen und Tinkturen selbst hergestellt, so erfuhr die Pharmazie mit der industriellen Herstellung von Arzneimitteln eine revolutionäre Veränderung (Aspirin wurde schon im Jahr 1899 erfunden und patentiert). Heute nimmt die Lagerverwaltung einen großen Raum ein, Labor und Rezeptur, wo auch heute noch Arzneistoffe auf Reinheit und Identität geprüft werden und individuelle Arzneimittel hergestellt werden, sind mit modernsten Apparaturen ausgestattet - und natürlich ist auch der Computer nicht mehr wegzudenken. red

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