Neubau wird an alte Halle erinnern

St. Ingbert. Nicht ohne Misstöne, aber in der Sache friedlich verlief das Treffen von Kreis und Stadt am Dienstagabend im St. Ingberter Rathaus. Landrat Clemens Lindemann stellte einem Großteil des Stadtrates - Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss waren gemeinsam mit dem Kultur- und Sozialausschuss zur Sondersitzung geladen - den Sachstand zur alten Leibniz-Turnhalle vor

St. Ingbert. Nicht ohne Misstöne, aber in der Sache friedlich verlief das Treffen von Kreis und Stadt am Dienstagabend im St. Ingberter Rathaus. Landrat Clemens Lindemann stellte einem Großteil des Stadtrates - Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss waren gemeinsam mit dem Kultur- und Sozialausschuss zur Sondersitzung geladen - den Sachstand zur alten Leibniz-Turnhalle vor. Gewohnt locker präsentierte der Sozialdemokrat die denkbaren und weniger denkbaren Varianten. Er verwies dabei ohne große Umschweife auf den Entwurf, der dem Kreistag - für die weiterführenden Schulen zuständig - am ehesten zusagte.

Dabei bleibt der vordere Gebäudeteil der alten Halle, zur Koelle-Karmann-Straße hin, bestehen. Die weiteren drei Viertel des Gebäudes werden abgerissen und neu gebaut. Ein Fensterband soll den historischen Teil vom neuen Bau optisch trennen. Für die Schule sei der Neubau von Vorteil, betonte Lindemann. Denn anstelle zweier Ebenen, wie sie bei der Weiternutzung der Turnhalle bestünden, wird es so künftig drei Ebenen und mithin deutlich mehr Platz geben. Optisch erinnert der Neubau an die alte Erscheinungsform. Der Abriss könnte schon in den Osterferien vonstatten gehen. Die Kosten für das Projekt bezifferte der Landrat mit "knapp über drei Millionen Euro".

Aus den Reihen der Ratsmitglieder gab es viel Lob für die Planung. Auch Ortsvorsteher Ulli Meyer zeigte sich zufrieden. Er legte aber Wert auf die Feststellung, dass der Druck aus St. Ingbert erst zu dem Kompromiss geführt habe und dies bei offener Diskussion auch schon früher erreichbar gewesen wäre. Ein Vorwurf, den Lindemann nicht auf sich sitzen lassen wollte: "Herr Meier, wir waren schon im November so weit." Der Kreis habe immer den offenen Dialog gesucht. Weniger freundlich war auch der Umgangston bei einer Nachfrage von UCD-Mitglied Wolfgang Weisgerber. Der verbat sich "flapsiges Drumherumreden" auf seine Frage, ob das Kriegerdenkmal im Park zur Albert-Weisgerber-Allee hin versetzt werden müsse, wenn es vom Neubau einen Zugang zu diesem Areal geben sollte. Lindemann erläuterte, ein Versetzen sei nicht erforderlich. Auf Weisgerbers Frage zur Statik des Hauptgebäudes antwortete der Landrat, durch die provisorischen Holzstützen im Gebäude sei auch das geringste Risiko ausgeschlossen. Mit den kommenden statischen Ausbesserungen gehe man auf 110 Prozent Sicherheit. Zusätzlich würden dann auch die Fenster "ertüchtigt".

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