Naturbühne probt den "Hexer"

Gräfinthal. "Na, immer noch keinen Erfolg bei den Frauen?", fragt die Schwarzhaarige spöttisch den schlanken Mann. Der sieht sie misstrauisch an, während der Blonde am Tisch davor die beiden grinsend beobachtet. Wir sind bei einer Probe der Naturbühne Gräfinthal

Gräfinthal. "Na, immer noch keinen Erfolg bei den Frauen?", fragt die Schwarzhaarige spöttisch den schlanken Mann. Der sieht sie misstrauisch an, während der Blonde am Tisch davor die beiden grinsend beobachtet. Wir sind bei einer Probe der Naturbühne Gräfinthal. Samantha Heckitt (Jennifer Heinen) "kitzelt" gerade Chief Inspektor Bliss (Thorsten Dincher), worüber sich Anwalt Maurice Masters (Tobias Heinen) köstlich amüsiert. Das Bühnenbild im Hintergrund ist noch in Arbeit, aber eines ist mehr als offensichtlich: Die Laienschauspieler haben großen Spaß. Sie proben für "Der Hexer". Es gibt nur wenige Krimis, die einen solchen Kultstatus erlangt haben wie der 20. deutschsprachige Film von Edgar Wallace.

Wenn eine Amateurtheatergruppe sich des Werkes annimmt, ist dies schon alleine eine Besonderheit. Die Naturbühne Gräfinthal geht jedoch noch weiter. Erstmals seit einiger Zeit spielt man "innewendsisch", wie man charmant formuliert. Also nicht auf der Freilichtbühne selbst, sondern in deren Gastraum. Und zudem noch außerhalb der Saison. Das "innewendsisch" Spielen ist bei der Truppe jedoch nichts Neues. Bereits früher spielte man in der Bliestalhalle.

Seit dem Neubau des Naturbühnengebäudes 2007 wurden auch im Gastraum Stücke wie etwa "Dracula" gegeben. Jedoch meist nur seitens der Jugendgruppen innerhalb des Vereins. Und nun "Der Hexer". "Wir wollten mal was Ernstes machen", erklärt Tobias Heinen. Sonst habe man meist Kinderstücke und Komödien gegeben. Doch so ganz bierernst wird es auch bei diesem Krimi nicht zugehen, betont Spielleiter Tim Backes. . Für den Schauspieler ist es das Debüt als Regisseur. "Wir spielen in schwarz-weiß", verrät Backes und grinst dabei. Wenn schon Theater statt Schwarz-Weiß-Film, dann mit entsprechendem Bühnenbild, Kostümen, Ausstattung und Masken. Das klingt einfacher, als man denkt. Hat man etwa eine Couch gefunden, die farblich ins Konzept passt, dann stimmt der Stil nicht mit der Zeit des Stückes überein. Das sei jedoch nicht die einzige Herausforderung: Es gelte beispielsweise, den Hexer so zu verkleiden, dass niemand, zu früh weiß, wer es ist. Dann muss ein Schauspieler konsequent einen französischen Akzent haben. Seit September letzten Jahres wird geprobt. Kristina Plitt (Cora Ann Milton), Michael Nagel (Johnny Lenley), Frau Inspektor Wembury (Fabienne Jennewein) und Thomas Plitt (Dr. Lomond) stellen die übrige Gräfinthaler Schauspielerriege dar. "Die Leute wachsen mit der Rolle mit", zeigt sich Regisseur Backes erfreut. Man musste sich umstellen, da man gegenüber der Naturbühne zwar weniger zu laufen hat und kein Mikrofon benötigt. Dafür muss die Mimik präziser sein.

Termine: Freitag, 8., und Samstag 9. März, jeweils um 20 Uhr sowie Sonntag, 10. März, um 19 Uhr im Gastraum der Naturbühne. Einlass ist eine Stunde vor Beginn. Der Eintritt kostet fünf Euro.

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