Nagel soll Landrat werden

Der Christdemokrat Peter Nagel soll im Mai des kommenden Jahres für das Amt des Landrates im Saarpfalz-Kreis kandidieren. Dies ist das Ergebnis einer Mitgliederbefragung, das auf dem Kreisparteitag am Samstag in Homburg verkündet wurde.

Die saarpfälzische CDU hat entschieden, am Samstag wurde diese Entscheidung beim Kreisparteitag der Christdemokraten in Homburg bekannt gegeben: Peter Nagel soll im Mai des kommenden Jahres für das Amt des Landrates im Saarpfalz-Kreis kandidieren. In den vergangenen Wochen hatten die Parteimitglieder die Möglichkeit, schriftlich an einer Befragung teilzunehmen und sich zwischen Nagel und seinem parteiinternen Kontrahenten Ulli Meyer aus St. Ingbert zu entscheiden. Am Ende konnte Nagel 61,1 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. 1389 der 2400 CDU-Mitglieder im Saarpfalz-Kreis hatten dabei von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Und noch eine Personalie stand auf der Tagesordnung, die des Kreisvorsitzenden. Hier wurde Stephan Toscani mit 93,6 Prozent im Amt bestätigt. Dieses Ergebnis beantwortete wohl auch zu Gunsten von Toscani die Frage, ob die parteiinternen Zwistigkeiten um die Kandidatur Ulli Meyers dem Kreisvorsitzenden geschadet haben: augenscheinlich nicht.

In seiner Rede begründete Toscani die Situation, die zum Kandidatenwettkampf geführt habe. So hätten bei Nagel zu Beginn des Jahres und bis in den Sommer hinein seitens seines Arbeitgebers "die Ampeln auf rot gestanden. Und da wir nicht in die Gefahr kommen wollten, am Ende keinen geeignete Kandidaten zu haben, habe ich mich im Sommer dafür entschieden, Ulli Meyer zu fragen." Später dann hätten sich auch die Vorzeichen bei Nagel geändert, so sei es zu zwei Kandidaten gekommen. Zum Hintergrund: Im Zuge des Auswahlverfahrens hatten Mitglieder der CDU-Kreistags-Fraktion Toscani in einem Brief dafür kritisiert, Meyer ins Rennen geschickt zu haben (wir berichteten). Von dieser Kritik war am Samstag nichts zu hören. Vielmehr wertete Toscani die Befragung als einen fairen Wettbewerb. Nach dessen Ende müsse es nun darum gehen, geschlossen dafür zu kämpfen, "dass der nächste Landrat des Saarpfalz-Kreises von der CDU kommt". Nagel, der offiziell noch von einer CDU-Vertreter-Versammlung gewählt werden muss, verzichtet in seiner Rede vor den Delegierten auf eine umfänglichen Vorstellung. "Ich bitte nun um die Unterstützung all derer, die aus berechtigten Gründen Ulli Meyer gewählt haben. Wir können die historische Chance, nach 30 Jahren im Saarpfalz-Kreis den Landrat zu stellen, nur dann nutzen, wenn wir gemeinsam kämpfen." Nagels Aufforderung: als Partei nun Geschlossenheit zu zeigen.

Meyer, er wurde zusammen mit Christian Gläser, Günter Becker und Silke Kohl im Amt eines stellvertretenden Kreisvorsitzenden bestätigt, griff das auf. "Ich bitte darum, dass die, die mich gewählt haben, nun Peter Nagel unterstützen, so wie ich es tun werde."