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Nachtumzug HaNaZu zieht durch die Straßen in Hassel

Kostenpflichtiger Inhalt: HaNaZu, die Zweite : Die Narren blinkten wie ein Weihnachtsbaum

Der Hasseler Nachtumzug am Freitagabend war wieder eine große Attraktion. Viele Gruppen ließen den Stadtteil fröhlich leuchten.

„Wenn etwas zwei Mal stattfindet, dann ist es eine Tradition“, so lautet eine Redensart. Ein Spruch, der durchaus auch auf den Hasseler Nachtumzug (HaNaZu) zutrifft. Der närrische Lindwurm, der 2019 erstmals stattfand, weil die Resonanz des ursprünglichen Umzugs (HaFaZu) nicht mehr die erhoffte war und weil die Mitbewerber aus Spiesen mit ihrer Parallelveranstaltung immer eine Nasenlänge vorn lagen, wirkte es am Freitagabend so, als hätte es ihn schon immer gegeben. „Wir rechnen mit etwa 800 Leuten“, hatte Albert Zitt, einer der Organisatoren, im Vorfeld gegenüber unserer Zeitung mitgeteilt.

Nicht nur der Wochentag und die Tageszeit waren anders. Auch die Narren und das Publikum hatten einen entscheidenden Unterschied: Sie trugen entweder ein Kostüm, das leuchtete oder hatten sich flugs im Baumarkt LEDs geschnappt und sich diese umgehängt. „Die han mir noch von Weihnachte iiwerisch gehaaht“, meinte ein Rohrbacher, dessen Minionskostüm blinkte wie ein Tannenbaum. Blickte man auf die Umzugsstrecke, so war eines vor allem mehr als auffällig: Die Hasseler scheinen den HaNaZu zu mögen. Nicht wenige hatten die Freiluft-Party zum Vorglühen vor oder neben ihr Haus verlegt. Natürlich durften auch hier die obligatorischen Lichterketten nicht fehlen. Es gab kaum eine Freiluft-Fete, wo nicht die üblichen Fastnachts-Ohrwürmer wie „Cordula grün“ oder das Flieder-Lied zu hören waren.

Ebenfalls auffällig waren die Kinder: Sie waren nicht nur faboozt, sondern hatten öfters beleuchtete Feen-Flügel auf dem Rücken. Diejenigen, die noch nicht laufen konnten, wurden in einem Wagen sitzend – und dort warm eingepackt – gezogen. Natürlich auch mit Lichterketten, keine Frage. Manche Eltern sorgten derweil mit Hochprozentigem für Wärme. Die Partymusik, die von vielen Wagen zu hören war, erschien bei diesem Umzug irgendwie passender als anderswo. Zwar war sie nicht leiser, dafür weniger grell und aufdringlich - irgendwie aus einem Guss. Allein der erste Wagen, ein 16 Meter langer Sattelzug mit den Fußballern der SG Hassel (Schlachtruf „Hassel olé“) musste gut aufpassen, etwa durch die engen Straßen zu gelangen, während zum Lied „Dreh den Propeller“ die Stimmung hochkochte. Der Wagen dahinter hatte das Thema Tierschutz ausgewählt: „Uffbasse!!! Keine Tierquälerei in deutschen Ställen“ und „Bitte nicht füttern“ war da zu lesen.

Als Wickinger kam das Männerballett des Karneval Clubs Hassel daher. Die Maulesel aus Oberwürzbach präsentierten ihre Garden auf einem Wagen. Einen Tick zu früh war eine „Arbeiter“-Fußgruppe, die bereits die Straße fegen wollte. Die Mühe erschien am Anfang der Umzugstrecke noch etwas vergeblich. Doch Spaß hatte man dennoch. Heftige Reggae-Rhythmen hämmerten kurz danach vom Wagen der Spätschicht-Saar herunter, die auch im Bob-Marley-Look mitfeierte. Als Farbkleckse kam die Gruppe des Rubenheimer Carneval Clubs daher. Sie hatten ihr Prinzenpaar auf einem Cabrio dabei. Den Hasseler Kuckuck brachten die Pfadfinder mit dem Klimawandel in Zusammenhang, während „Die Ultraviolets“ des KTV Ormesheim wie ein Regenbogen in der Nacht leuchteten.

Auf imaginären E-Rollern kam die Gruppe Mixpickles daher. Leuchtend wie ein Fixstern gab sich die Gruppe der Alschbacher Sterncher. Als Teufelinnen kamen dagegen die Ata-Girls daher. Für enorm viel „Ahhh“ und „Ohhh“ sorgte auch dieses Mal wieder das Flugzeug der Partyfreunde PFB, das enorm viel Liebe zum Detail erkennen ließ. Beim Karnevalverein Bebelsheim hatte man sogar Lassos mit Leuchtketten.

Die Hasseler Pfadfinder thematisierten mit ihrem Wagen beim Nachtumzug den Klimawandel. Foto: Jörg Martin
Die Gruppe Mixpickles nahm mit ihrem imaginären E-Rollern am Hasseler Nachtumzug tel. Foto: Jörg Martin. Foto: Jörg Martin
„Die Ultraviolets“ des KTV Ormesheim nahmen am Hassler Nachtumzug teil. Foto: Jörg Martin. Foto: Jörg Martin

„Ich bin zum ersten Mal hier. Es ist toll. Wir werden jetzt jedes Jahr herkommen“, freute sich Jürgen John aus Saarbrücken, der mit seinem Sohn Henri den Umzug besuchte. Dann also bis 2021.