Nachtumzug an fastnacht in Hassel mit Rekordbeteiligung

Nachtumzug : Riesenerfolg für die Premiere des HaNaZu

Hassel hob einen Nachtumzug aus der Taufe und wurde am Freitagabend mit Rekorden bei Zuschauern und Teilnehmern belohnt.

Der Hasseler Fastnachtszug, kurz HaFaZu, ist Geschichte. Das neue Zugpferd der Hasseler Session ist wohl seit dem vergangenen Freitag der Hasseler Nachtumzug. Mit dem HaFaZu ist es ein bisschen wie mit dem mythischen Vogel Phönix, der am Ende seines Lebenszyklus stirbt, um aus seiner Asche wieder neu zu erstehen. Jahrelang konnte man dem HaFaZu dabei zusehen, wie er immer weniger wurde. Er schloss immer am Faschingsdienstag die Straßenfastnacht in St. Ingbert ab. Allerdings meldeten sich jedes Jahr weniger Interessenten an, die mitlaufen wollten. Demzufolge war der Zug schon wieder vorbei, noch bevor die Narren am Straßenrand so richtig in Fahrt gekommen waren.

Daran änderte auch nichts, dass der rudimentäre Gaudiwurm zweimal durchs Örtchen lief. Außerdem musste Hassel bis 2018 mit dem Umzug in Spiesen-Elversberg „konkurrieren“, der am gleichen Tag stattfand und Fußgruppen und Motivwagen der unmittelbaren Umgebung ins Preußische abzog. Dem langsamen Sterben des HaFaZu wollten die Initiatoren nicht tatenlos zuschauen und schlugen im Ortsrat einen Nachtumzug vor. „Man darf nicht nur im eigenen Saft köcheln, sondern muss auch mal was Neues wagen“, sagte Ortsvorsteher Markus Hauck zu der Idee.

Es schien ein letzter Versuch, den traditionellen Umzug über Wasser halten zu wollen. Doch der HaNaZu schwamm sich schnell frei. Noch bevor die ersten Anmeldungen eintrafen, gab es allerdings einen kleinen Schreck. Für den noch partyfreien Faschingsfreitag hatte sich die DNZ ebenfalls etwas Neues einfallen lassen – den Speck Friday. Könnte diese Veranstaltung in der Stadthalle Gäste aus Hassel abziehen, die nach dem Hasseler Umzug eigentlich in der Eisenberghalle zum Feiern erwartet wurden? Alle Ängste schienen unbegründet und sogar das Wetter spielte am vergangenen Freitag mit. Rund 35 Gruppen hatten sich mit Mann und Maus angemeldet und liefen mit. Das war mehr als nur Solidarität mit den Hasselern. Es schien, als habe die Narrenwelt lange auf solch eine Gelegenheit gewartet, sich auch mal abends präsentieren zu dürfen. Zwar war manchmal gar nicht auszumachen, wer da gerade an einem vorbeilief und Gutzjer schmiss, denn die Schilder mit den Vereinsnamen blieben meist im Dunkeln verborgen. Doch das tat der Freude über diesen ersten Nachtumzug keinen Abbruch.

Das Hasseler Guggugsklibsche hatte laut Plakat zwar „die Schnauze voll“ von zuviel Müll, beleuchtete diesen aber umso schöner. Foto: Cornelia Jung

Da war noch einmal mehr Kreativität gefragt, was die Kostümauswahl betraf, denn nachts sind alle Narren grau. Lichterketten und illuminierte Wagen waren ein Muss und sogar die Zuschauer am Wegesrand hatten für entsprechende Lichtblicke gesorgt. Alle Freunde des Karnevalsvereins Hassel waren zur Unterstützung mit auf die Straße gegangen. Darunter Affen, Mumien, Piloten, Mexikaner, Filmfiguren, Meeresgetier, Pinguine – es war ein grandioses Bild. In den sozialen Netzwerken überschlugen sich Besucher und Akteure des ersten HaNaZu regelrecht. „Schweinegeil“, „echt Spitze“, „super“, „megatoll“, „genial“ oder „superaffentittengeil“ sei das gewesen. Auch Rudolf Anstadt, der Präsident des KCH, hatte gehofft, von dem Hype zu profitieren, denn die Garden und Showgruppen des Vereins traten später noch in der Eisenberghalle auf. Dort war man schier überwältigt vom großen Zuspruch. Auch hier schwärmte man noch von den beleuchteten Fußgruppen, den Flammenwerfern und der Lasershow, die auf manchem Lkw zu sehen war. Man habe mit dem HaNaZu „Geschichte geschrieben“ und sogar in Köln könne man noch etwas von den Kuckucken lernen, so die Meinung der Partygäste.

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