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Nachhaltigkeitswoche St. Ingbert Nistkästen für Mauersegler Wiesentalschule

St Ingbert : Ein Heim für Mauersegler

Im Rahmen der St. Ingberter Nachhaltigkeitswoche hat die Wiesentalschule insgesamt drei Nistkästen für die wendigen Zugvögel bekommen.

Das große Feuerwehrauto mit der Drehleiter zieht auf dem Schulhof sofort die Blicke auf sich. Ein Junge fragt Alex Beck, bei der Stadt St. Ingbert für das Gebäudemanagement zuständig, was die Männer auf der Drehleiter denn da machen? „Die hängen Nistkästen auf“, sagt Beck. Und freut sich über das Interesse. Die Drehleiter ruckelt schon an, der Korb bewegt sich an der Fassade der Wiesentalschule in der Rickertstraße nach oben. Der Junge und sein Freund schauen hinterher, auch von der Kletterspinne kommen interessierte Blicke von einem Papa, der an diesem Nachmittag mit seinen drei Kindern auf dem Schulhof ist.

Drei Nistkästen fürs Schulgebäude

Mit drei Betonkästen sind Löschbezirksführer Wolfram Zintel und der St. Ingberter Nachhaltigkeitsbeauftragte Claus Günther auf dem Weg, knapp unter dem Dach des altehrwürdigen Schulhauses die drei Kästen als künftige Domizile für Mauersegler an die Fassade anzubringen. Es ist nur eine von vielen Aktionen, mit denen in St. Ingbert eine Woche der Nachhaltigkeit begangen wird. Am Boden schauen auch St. Ingberts Oberbürgermeister Ulli Meyer (CDU) und Gabi Stein vom Nabu zu. Der Naturschutzbund hat die drei Kästen gesponsert. Die Mauersegler sind rar geworden, sagt Stein. Aber es gibt sie noch in St. Ingbert. Vor zwei, drei Jahren habe der Nabu Kästen am Voit-Gebäude angebracht. Auf dem Firmengelände sind dann vergangenes Jahr die ersten der wendigen Zugvögel eingezogen. Es könne schon eine Weile dauern, sagt die Nabu-Vertreterin, bis neue Nistplätze angenommen würden.

Anflugöffnung hängt nach unten

Durch die energetischen Sanierungen hätten die Vögel Probleme, unter einem Ziegel oder an einem nicht ganz dichten Dach ein Plätzchen zum Nisten zu finden. Deshalb müsse mit den Kästen nachgeholfen werden. Die Mauersegler seien Koloniebrüter, weshalb es auch geboten sei, mit gleich drei Kästen an die Fassade zu gehen. Wenn sie erst einmal den Platz für sich entdeckt hätten, kämen sie auch regelmäßig wieder.

Hoffnung auf Nachahmer

Claus Günther fährt auf einer zweiten Tour auch mit dem Verwaltungschef die etwa 20 Meter bis unter das Dach des Schulgebäudes und zeigt ihm die Nistkästen. Die Anflugöffnung, die ein bisschen wie ein Briefkastenschlitz aussieht, zeigt nach unten. „Es ist immer schön, den Mauerseglern beim Fliegen zuzuschauen“, sagt Günther. Und mit einem Projekt wie diesem ließen sich vielleicht auch Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, etwas für den Vogelbestand zu tun. Das fange schon beim naturnah gestalteten Garten an. Denn ohne Insekten keine Vögel. In China, erzählt er, müssten heute wegen des massiven Insektensterbens Blüten an Obstbäumen mit dem Pinsel bestäubt werden. Keine Vögel mehr – das wolle er sich nicht vorstellen.

Die drei Nistkästen sind binnen einer halben Stunde an Ort und Stelle. Auch die Abfahrt des Feuerwehrautos wird von ein paar jungen Menschen auf dem Schulgelände genau verfolgt. Vielleicht können sie in zwei, drei Jahren Mauersegler elegant zwischen den Bäumen fliegen sehen.