Nach dem 0:1 brachen alle Dämme

Beim FC Homburg geht die sportliche Talfahrt mit der fünften Niederlage in Folge weiter. Nach dem 0:1 am Ostersamstag im Derby beim SVN Zweibrücken liegt der Nachbar in der Tabelle nun schon satte neun Punkte vor dem FCH.

Die Fans des Fußball-Regionalligisten FC Homburg waren am Ostersamstag stinksauer. Nach dem 0:1 beim SVN Zweibrücken riefen die rund 500 FCH-Anhänger unter den 1125 Zuschauern im Westpfalzstadion: "Wir sind Homburger und ihr nicht." Noch lange nach der Partie versuchten Spieler und Offizielle des FCH, den Anhang zu beruhigen, der sich über die blutleere Leistung bei der fünften Niederlage in Serie echauffierte. "Die Fans kann man heute verstehen", räumte FCH-Interimstrainer Sebastian Stache ein und fügte hinzu: "Positive Worte kann ich heute nicht finden. Zweibrücken hat uns den Schneid abgekauft."

In der ersten Viertelstunde hatte der FCH Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Der SVN, der vor allem durch Standardsituationen gefährlich wurde, schaffte es gleich mehrfach nicht, den Ball im Tor unterzubringen. Nach knapp 20 Minuten spielten dann auch die Gäste endlich mit und kamen durch Claudio Bellanave (21. und 26.) zu Chancen.

Nach dem 1:0-Führungstreffer für Zweibrücken in der 27. Minute war die Homburger Herrlichkeit allerdings schon wieder beendet. FCH-Innenverteidiger Mike Baier traf mit einem Befreiungsschlag SVN-Stürmer Irvin Parra, von dessen Rücken der Ball abprallte und als Bogenlampe im Homburger Tor einschlug. Wie so oft in der Rückrunde brachen nach dem Rückstand bei den Gästen alle Dämme. "Wenn man so eine schlechte Rückrunde spielt wie wir, tut jedes Gegentor weh", sagte Dennis Gerlinger. Seine Einwechslung in der 58. Minute für Martin Kramer brachte zwar etwas frischen Wind, reichte aber nicht, um die verunsicherte Mannschaft mitzureißen.

SVN-Trainer Peter Rubeck sprach seiner Mannschaft "ein Riesenkompliment" aus. Der frühere Spieler und Trainer des FCH freute sich sichtlich darüber, dass der vermeintlich kleine Nachbar die als Mitfavorit in die Saison gestarteten Homburger in der Tabelle abgehängt hat. "Wir sind jetzt neun Punkte vor dem FC Homburg. Die werden uns nicht mehr einholen", sagte Rubeck zufrieden.

Rückrunden-Tabelle sagt alles

Mit 49 Punkten hat sich der SVN in der Tabelle nach oben gekämpft. Dass der FCH mit 40 Punkten auf Rang neun liegt, haben die Saarpfälzer nur ihrem Punktepolster aus der ersten Saisonhälfte zu verdanken.

Ein Blick auf die Rückrundentabelle verdeutlicht, wie groß die Probleme tatsächlich sind. Dort steht der FCH nach zwei Siegen, drei Unentschieden und sieben Niederlagen auf Platz 16. Nun hoffen alle darauf, dass der Nachfolger des Anfang April entlassenen Trainers Christian Titz das Steuer herumreißen kann. Ein heißer Kandidat ist der im Februar beim Zweitligisten Arminia Bielefeld entlassene Stefan Krämer.