Nach 20 Jahren wieder komplett

Marx, Rootschilt, Tillermann stehen seit 40 Jahren gemeinsam auf der Bühne. Am Donnerstagabend waren sie innerhalb der Kleinkunstreihe „A la minute“ zu Gast in der St. Ingberter Stadthalle. Auch Hubi Tillermann war erstmalig seit 20 Jahren wieder mit dabei.

. "Die gibt's schon 40 Jahre?" Die Verblüffung des Mannes in Reihe zwei der St. Ingberter Stadthalle brachte es am Donnerstagabend auf den Punkt: "Marx, Rootschilt, Tillermann" (MRT) gibt man die vier Jahrzehnte nicht. Für jeden Musikbegeisterten sind die vier Männer seit langem ein Begriff. Kaum einer rechnet den Gewinnern des Showpreises "Goldene Europa" von 1991 diese lange Bühnenzeit zu. Apropos "vier": Das ist nicht mehr aktuell. Mittlerweile wird die Gage wieder durch fünf geteilt, wie "Dauer-Gaglieferant" Gerdi Rootschilt (Gitarre, Gesang, Bass) auf seine bekannt trockene und zugleich humorvolle Art bei der "A la Minute"-Kleinkunstreihe der Stadt feststellte.

Hubi Tillermann (Gesang, Gitarre) war erstmalig nach seiner Auswanderung im April 1993 nach Irland wieder mit von der Partie, wie Frontmann Michael Marx (Gesang, Gitarre und Bass) in seiner Moderation informierte. Eigentlich ist die Truppe, die Mannschaft in Sachen A cappella schlechthin. Doch darauf kann man die "Tillermänner" nicht reduzieren. Denn da ist ja noch "Mr. Soundmaschine" Amby Schillo (Gitarre, Bass), der dezent und doch kraftvoll Töne via Cello oder Cajon besteuert.

Nicht vergessen werden darf Robby Jost. Der Elversberger ist quasi "The Man of the Show" und steuert unvermittelt Tanz- und Gesangseinlagen bei, die von Marx frech als "Elvis für Arme" tituliert werden. Doch das kommt an. Nach Stationen etwa beim "Redemption Song" von Bob Marley, der von der Sklaverei handelt, schienen die Fünf in ihr altes Fahrwasser zurückgekehrt zu sein.

Vor allem bei Songs von Crosby, Stills & Nash wurden ihre Stimmen, glasklar wie ein Gebirgsbach, mehr als deutlich. Schnell erreichen Sie den Punkt beim Publikum wie bei "It`s all right" von Huey News & the News, bei dem mitgeklatscht wird. Dann, im zweiten Teil des Konzerts, als ein Titel der neuen CD (erscheint im Frühjahr 2014) vorgestellt wurde, war klar: MRT ist wieder auf den Wegen, von denen man sie seit langen Jahren her kennt. "After the Frost" zeigte, wie kraftvoll, ergreifend, einheitlich und harmonisch der Sound der Tillermänner sein kann. Da braucht es verständlicherweise kein großes Arsenal an Instrumenten. Die Stimmen der fünf Männer reichen vollkommen aus.

Die Besucher im städtischen Kulturtempel schienen gerade darauf gewartet zu haben, was an den "Super!"-Rufen gerade bei diesem noch jungfräulichen Titel erkennbar war. Das steigerte sich hinsichtlich der Begeisterung, als man den Siegertitel der "Goldenen Europa", nämlich "Colours of my Heart" brachte. Nach Country und Rock war dann nicht wirklich Schluss. Ohne etliche Zugaben ging das nicht. Darunter auch "One Night in Paris". Die Tillermänner sind wieder da. Waren Sie jemals weg?