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Nabu St. Ingbert sorgt für Schutz von Gebäudebrütern

Naturschutzbund St. Ingbert : Nabu sorgt für Schutz von Gebäudebrütern

Einige heimische Vogelarten, die in Dächern oder Fassaden nisten, geraten durch moderne Methoden der Sanierung zunehmend in Not.

) Im vergangenen Jahr hat der Naturschutzbund (Nabu) St. Ingbert ein paar Projekte in Sachen Gebäudebrüter-Schutz verwirklicht. Gabi Stein von der Ortsgruppe hat sich dafür besonders engagiert.

Gebäudebrüter ist ein sperriger Begriff für eine Handvoll Vogelarten in unserer Umgebung, deren gemeinsames Merkmal ihr Brutverhalten in Hausdächern oder an Fassaden ist. Schnell aufgezählt sind die Hauptakteure: Haussperlinge, Mauersegler, Hausrotschwänzchen, Rauch- und Mehlschwalben, daneben nutzen auch Höhlenbrüter wie Stare, Dohlen, Blau- und Kohlmeisen sowie Nischenbrüter wie der Turmfalke Gebäude als Nistplätze. Immer wieder machen Naturschützer darauf aufmerksam, dass diese Vogelgruppe durch die modernen Methoden der Fassaden- und Dachsanierung in Bedrängnis geraten und versuchen, dem entgegenzusteuern. Seit längerem sind sie zum Beispiel auch mit der St. Ingberter Stadtverwaltung im Gespräch, die Bereitschaft zeigt, sich bei ihren eigenen Gebäuden im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen zu engagieren.

Manchmal sind das ganz einfache Methoden, die umgesetzt werden können: in die Dachtraufe des in Umbau befindlichen Laborgebäudes in der Alten Schmelz wurden im Oktober 2020 insgesamt zehn Nisthilfen integriert. Dafür sind Einfluglöcher mit einem Durchmesser von 35 Millimetern an der Dachtraufe gebohrt und Trennwände in die Verkleidung gesetzt worden. Hier können Haussperlinge, Meisen oder Rotschwänzchen einziehen.

Dass sich das Thema manchmal zäh gestaltet und man einen langen Atem braucht, zeigen die Bemühungen um den Mauersegler-Schutz. Im Herbst 2018 sind vier Mauerseglergkästen in der Offenen Jugendwerkstatt der Alten Schmelz angefertigt worden. Eine Aufhängung ist immer wieder gescheitert. Erst im Dezember 2020 ist es gelungen, drei der vier Mauerseglerkästen an einem Gebäude zu installieren.

Der Zufall wollte es, dass die Kästen nur wenige Meter von ihrem Entstehungsort an die ehemalige Elektrische Zentrale der Alten Schmelz gehängt wurden. Das freistehende große Fabrikgebäude ist durch seine exponierte Lage hervorragend geeignet, da es einen freien Anflug garantiert und für die kleinen Segler gut sichtbar ist. Die Naturschützer sind sehr froh, in dem Hausbesitzer Voit einen für den Gebäudebrüter-Schutz aufgeschlossenen Partner gefunden zu haben. Neun Nistplätze stehen jetzt zur Verfügung und werden hoffentlich auch bald angenommen. Der Einsatz eines Hubsteigers, der bei dieser Höhe nötig war, wurde über den Biosphärenzweckverband aus dem Allianz-Projekt finanziert.

Ein weiteres positives Beispiel: Auf private Initiative wurden in der Nordendstraße im Rahmen der Fassadensanierung vom Hausbesitzer selbst fünf Mauerseglerkästen aufgehängt, die von Nabu zur Verfügung gestellt wurden. Laut des Hausbesitzers Hans-Werner Krick hatten in früheren Jahren an diesem Gebäude bereits Mauersegler gebrütet, und somit bot sich die Unterstützung an.

Fünf Mauersegler-Kästen in der Nordendstraße. Foto: Gabi Stein

Sanierungen sind oftmals eine gute Gelegenheit, einfach und kostengünstig Nistkästen für gebäudebrütende Vögel aufzuhängen. 2021 soll das vom Nabu getragene landesweite Projekt „Schwalben und Mauersegler willkommen“ finanziell weiter unterstützt werden. Über das Projekt können, wie im beschriebenen Fall, Mittel für Nistkästen für Mauersegler oder Haussperlinge sowie Schwalbennester inklusive Kotbretter bereitgestellt werden.