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Musikalisches Aufeinandertreffen zweier Könner in Sachen Chanson

Musikalisches Aufeinandertreffen zweier Könner in Sachen Chanson

Wenn eine Polin aus Krakau auf einen Barden aus Lothringen trifft, ist Musik pur angesagt: In Spohns Haus sangen Dorota Bebenek und Marcel Adam vor vollem Haus Edith Piaf und mehr. Das Publikum war begeistert.

. Das Interesse an Chansons scheint im Bliesgau enorm groß zu sein. Diesen Eindruck konnte man durchaus am Samstagabend im Ökologischen Schullandheim Spohns Haus in Gersheim gewinnen. Trotz regnerischem Wetter - was dazu führte, dass die Veranstaltung statt im Freien im überschaubaren Großen Saal stattfand - war bereits eine gute halbe Stunde vor Beginn kaum ein Platz mehr zu bekommen. Am Ende standen die Leute nicht nur an der Tür, sondern saßen auch auf Stühlen im Flur davor auf Hörplätzen bis zur ersten Treppenstufe.

Der Grund: Dorota Bebenek und Marcel Adam. Die beiden Sänger trafen sozusagen musikalisch aufeinander. Das wäre in etwa vergleichbar, wenn Merkel auf Steinbrück träfe. Mit dem Unterschied, dass jeder eine andere Sprache spricht, sich nicht im Wahlkampf befindet und sich trotz verschiedener Stimmlagen dennoch versteht. Doch die Begegnung der beiden Künstler war alles andere als politisch. Die Sängerin und Musikerin aus Krakau hat ihre Wurzeln unverkennbar in der Folklore. So braucht man als Konzertbesucher auch keine Polnischkenntnisse, um die Zigeunerballaden und die Titel landestypischer Liedermacher ahnend verstehen zu können, als Bebenek beispielsweise im ersten Teil des Konzertes alleine auftrat. Da wird schnell zum Gesang der Frau mit der - im positiven Sinne - vereinnahmenden Ausstrahlung mitgeklatscht und man lässt sich von der Musik ihrer Gruppe "Biesiada (Akkordeon, Gitarre und Geige) in den Bann ziehen.

Wenn dann noch bekannte Melodien wie die polnische Interpretation des Piaf-Klassikers von "La Vie en rose" oder "Non, je ne regrette rien" erklingen, ist die Sprache eigentlich sekundär. Grundlage genug also für den gemeinsamen Auftritt mit dem Franzosen Marcel Adam. Die beiden Künstler, die nur wenig Zeit hatten, um zu proben, überzeugten im gemeinsamen Spiel etwa mit Aznavours "Spiel` Zigeuner". Da war das "Ahhh" des Publikums schnell im Saal zu vernehmen. Für den Barden aus Großbliederstroff war auch dieser Abend ein Heimspiel. Zu bekannt sind seine Lieder, schnell hat er auch zurückhaltende Menschen durch seinen Charme und Witz auf seiner Seite. Musikalisch knüpfte Adam zusammen mit Christian di Fantauzzi (Akkordeon, Saxofon) und Christian Konrad (Gitarre) gleich zu Beginn an Bebeneks Weg an und steuerte die lothringische Version von Edith Piafs "La foule" ("Die Menge") bei. Bei so viel Romantik - das Lied handelt von zwei Liebenden, die durch eine Menschenmenge getrennt werden - durfte auch "Es Anna uff de Bank" und "S`Carolin von Sarreguemines" nicht fehlen.

Das war die entsprechende Grundlage, damit das Publikum den Abschlusstitel "Von guten Mächten wunderbar geborgen" mitsingen konnte.