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Musikalische Sternstunde in St. Hildegard

Musikalische Sternstunde in St. Hildegard

Inmitten schwieriger Zeiten vergisst die Pfarrei St. Hildegard das Vergnügen nicht. Orgel-Sanierung und Kita-Umbau kosten viel Kraft, doch am Sonntag stand das Vergnügen im Vordergrund: ein Benefizkonzert vor vollem Haus.

. Im Zeitalter knapper Kassen bleiben auch die Kirchen nicht von Finanzproblemen verschont. Sie haben zudem das Problem, dass durch Austritte die Zahl der Schäfchen weniger wird und durch den demografischen Wandel auch die Kirchensteuer wegbricht. Steht dann bei der Kindertagesstätte ein umfangreicher Umbau an und muss zudem die Orgel repariert werden, kommt man leicht in Nöte. So kann man in etwa die Situation der Katholischen Pfarrkirche von St. Hildegard umschreiben. Am Sonntagnachmittag fand aus diesen Gründen in dem Gotteshaus ein Benefizkonzert der Extra-Klasse statt.

Mit dem Erlös sollen die notwendigen Reparaturen finanziert werden, wie Dekanatskantor Christian von Blohn zu Beginn erklärte. Er ist mittlerweile seit 20 Jahren Kirchenmusiker von St. Hildegard und erinnerte auch daran, dass St. Ingbert kirchenmusikalisch eine Besonderheit im Bistum Speyer darstelle. Hier ist einer von vier Standorten des Bischöflichen Kirchenmusikalischen Instituts (BKI) beheimatet, dessen örtlicher Leiter ebenfalls Christian von Blohn ist. Leiter des Gesamt-BKIs ist Markus Eichenlaub. Der neue Domorganist des Speyrer Doms spielte am Sonntag die Orgel von St. Hildegard. Fast hatte man befürchtet, dass das Konzert unter dem attraktiven sonnigen Wetter hätte leiden müssen. Doch diese Ängste bewahrheiteten sich nicht.

Ein volles Gotteshaus motivierte nicht nur den Konzertleiter, sondern auch die Mitwirkenden. Die Klassikfans konnten sich über einen großen Klangkörper in Sachen geistlicher Musik freuen: Neben dem Chor der Hildegardskirche waren auch die Singschule der Pfarrei sowie das Collegium Vocale Blieskastel vertreten. Das Orchester setzte sich aus Mitgliedern der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken/Kaiserslautern zusammen. Als Solisten traten Susanne Gastauer (Sopran), Angela Lötsch (Alt), Steffen Kohl (Tenor) und Christian Heib (Bariton) auf.

Die Eröffnung oblag dem Nachwuchs der Singschule. "Sound the trumpet", der Klang der Trompete, offenbarte sich den Konzertbesuchern nicht nur musikalisch, sondern auch gesanglich aus den weiblichen Kehlen. Mozarts Messe in C-Dur KV 317, auch Krönungsmesse genannt, war zweifelsohne einer der beiden Höhepunkte des Konzerts. Vom Kyrie über die einzelnen Teile bis hin zum Agnus Dei, zeigten sowohl die Solisten, als auch die Chöre und das Orchester ihr Können.

Haydns Schöpfung ist ein großes Werk. Doch auch das gelang den Mitwirkenden. Insbesondere beim letzten Teil beeindruckten die Chöre angesichts des umfangreichen Klangvolumens. Zum Abschluss sangen alle Beteiligten gemeinsam mit dem Publikum den Klassiker "Halleluja" aus Händels "Messias".