Musikalische Reise zum Film

Der Frauenchor pro musica hatte kürzlich zu einem festlichen Konzertabend in die Stadthalle eingeladen. Berühmte Lieder aus Filmen standen im Mittelpunkt. Dabei entpuppte sich die ein oder andere Melodie als echter Ohrwurm.

. Nicht Kabarett oder Theateraufführung beherrschten am Dienstagabend die Bühne der Stadthalle, sondern Filme. Keine, die man sehen, sondern welche, die man hören kann. Denn der Frauenchor pro musica St. Ingbert hatte sich für sein festliches Konzert den Titel "Berühmte Filmmelodien" ausgesucht, die gleich reihenweise geboten wurden, als Chorgesang oder von den Solistinnen der Gesangsklasse (Catherina Croon-Hoffeld), Alexandra Hauswirth, Karen Panter, Tanja Stuppi) von Barbara Ikas.

Zu Beginn des ersten Teils dominierten Filmmelodien, die wohl jeder kennt, auch wenn man sie zum Teil 80 Jahre nach ihrem Erscheinen, nicht mehr unbedingt den Filmen zuordnen konnte. Die Filme sind Geschichte, aber unter den Filmmelodien, die unabhängig von ihnen als Evergreen und Schlager weiterhin erfolgreich blieben, sind wahre Ohrwürmer. Von diesen gab es am Dienstag einige zu hören. "Der Entertainer", "Kann denn Liebe Sünde sein" aus "Der Blaufuchs", "Irgendwo auf der Welt" aus "Ein blonder Traum" von 1932 oder auch "Davon geht die Welt nicht unter" aus dem Ufa-Film "Die große Liebe" aus dem Jahre 1942. Zwar war der letztgenannte der kommerziell erfolgreichste Film des Dritten Reiches und außerdem ein NS-Propaganda-Film. Doch die Musik ist zeitlos wie Zarah Leanders "Es wird einmal ein Wunder gescheh'n" aus dem gleichen Streifen.

Aber nicht nur Melodien aus der Ufa-Film-Zeit gefielen den Gästen, sondern auch die moderneren Stücke aus den Disney-Filmen "Die Schöne und das Biest", "Die kleine Meerjungfrau", "Pocahontas" oder auch "Elliot, das Schmunzelmonster". In die 80er Jahre versetzt wurden die Zuhörer mit "Reality" und "Your Eyes" aus "La Boum - die Fete", Lieder aus einer Teenagerkomödie, die wohl jeder schon mal gesehen hat. Gleich dreimal bediente sich der Chor bei Phil Collins Melodien aus "Tarzan", während die solistischen Qualitäten bei "Fly with me" aus dem schwedischen Film "Wie im Himmel", "Moon river" aus "Breakfast at Tiffany's", "I have nothing" aus "The Bodyguard" oder "My Heart will go on" aus "Titanic" zum Tragen kamen.

Den Solisten, dem Frauenchor und auch dem Pianisten Achim Schneider war der Spaß an diesem Thema anzusehen, auch wenn Barbara Ikas, ganz Gesangslehrerin, immer wieder am Ausdruck ihrer Chor-Sängerinnen feilte. Der gesanglichen Anstrengung zum Trotz ist ein Lächeln im Gesicht der Interpreten neben der gelungenen Liedauswahl und der blumenreich geschmückten Bühne schon die halbe Miete. Und die Besucher honorierten den stimmigen Gesamteindruck mit einem großen Applaus und wurden ihrerseits mit einer Zugabe belohnt.