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Musikalische Reise begann in Norwegen

Musikalische Reise begann in Norwegen

Es war das zweite Freiluftkonzert für Marta Hemkemeier, die neue Leiterin des Orchesters: Sie wollte die Zuhörer mitnehmen auf eine musikalische Tagesreise, hatte Sie angekündigt. Das gelang, denn auf Norwegen folgte Ungarn, dann kam Leipzig

Es soll ja in der Mittelstadt Spötter geben, die behaupten, über dem alljährlichen Sommerkonzert des Hausmusikreises der Volkshochschule (VHS) läge ein Fluch. Das klingt ein wenig übertrieben. Dennoch ist da durchaus ein Fünkchen Wahrheit dran. Bislang war es so, dass man das Konzert im Freien, im attraktiven Park hinter dem Kulturhaus in der Annastraße, aufführen wollte. Soweit die Theorie. Meist machte dann der Regen einen Strich durch die Rechnung. Nicht so am Sonntag, als man nach Jahren der Abstinenz rund um die Terrasse hinter der Villa Martin Platz nehmen konnte, um der Musik des Streichorchesters zu lauschen.

Es war zwar ein wenig windig und Petrus steuerte trübe Wolken bei. Aber, es blieb trocken, warm und für den Wind gibt es ja Wäscheklammern, mit denen man die Notenblätter auf dem Ständer befestigen kann. Es dürfte wenige Freiluft-Konzerte geben, bei denen sich die Besucher scheinbar so wohl fühlen, wie bei dem hinter dem Dr.-Karl-Martin-Haus. Sowohl auf den Stühlen vor den Musikern, als auch auf den fest installierten Bänken auf dem weitläufigen Gelände hatten die Musikfreunde Platz genommen, um zu lauschen. Es war das zweite Freiluftkonzert für Marta Hemkemeier, der neuen Leiterin des Orchesters.

Auf eine imaginär musikalische Tagesreise wolle sie die Besucher mitnehmen, hatte Hemkemeier in ihrer Anmoderation mitgeteilt. In Norwegen, wo die Reise ihren Auftakt nahm, dürfte es auch bei der Morgenstimmung von Edward Grieg wohl frischer als in der Mittelstadt gewesen sein. Weiter ging es nach Ungarn, wo Joseph Haydns Symphonie in G-Dur sowie zwei weitere Sätze des Komponisten zum Besten gegeben wurden. Um die Mittagszeit war das Orchester in Leipzig, wo Max Regers Cello-Töne mit seinem "Lyrischen Andante" für Inspiration sorgten, ehe man an die Seine reiste. In Paris ist es heiß. Am Montparnasse probiert gerade Cesar Franck seine Miniaturen aus, von denen der Hausmusikkreis mehrere Sätze spielte. Zurück an die Donau, genauer in ein Wiener Jugendstil-Kaffeehaus, in dem eine Damenkapelle Stücke von Fritz Kreisler spielt.

Da kam der typische Wiener Schmäh, wie man am Applaus hinterher eindeutig erkennen konnte, mehr als gut rüber. Auch, wenn bei der Kaffeehaus-Musik des Hausmusikkreises der Kaffee fehlte, worüber man großzügig hinwegsehen konnte. Da konnte man gleich in Wien bleiben, um Johann Strauß "Im Kupferwald" zu genießen. Diese Stimmung war insbesondere durch das instrumental imitierte Vogelgezwitscher einer Musikerin und die Blockflötentöne einer anderen Dame spürbar.

Der Tango "El Choclo" gehört beim Hausmusikkreis seit Jahren zum Repertoire und bildete den Abschluss des Konzertes, welches laut Dirigentin zwar etwas kurz geraten sei. Doch dafür hielt das Wetter. "Der Himmel hat es mit dem Konzert gut gemeint", betonte dann auch VHS-Beiratsvorsitzender Albrecht Ochs am Ende. Und dann regnete es dennoch ein wenig genau zum Ende der Zugaben.