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Musikalische Kleinode für dankbare Zuhörer

Musikalische Kleinode für dankbare Zuhörer

Eine reine Zufallsbekanntschaft sei ihr Duo, behaupten Jürgen Meyer und Wolf-Dietrich Wirbach, ein Zufall, der dem Publikum in Oberwürzbach gefallen haben dürfte. Aufmerksam verfolgte und genoss es das abwechslungsreiche Konzert des Pianisten und des Cellisten.

. Der Förderverein für Kirchenmusik in Oberwürzbach überrascht immer wieder mit Ideen für musikalische Aufführungen. Mit dem neuesten Konzert stand ein Abend mit Klavier und Cello auf dem Programm.

Jürgen Meyer, sonst Leiter und Dirigent des Oberwürzbacher Kirchenchors, präsentierte sich in seiner Paradedisziplin am Klavier . Der studierte Konzertpianist genoss es sichtlich, zusammen mit seinem musikalischen Partner, dem Cellisten Wolf-Dietrich Wirbach, Kleinode aus der konzertanten Musikliteratur in das Pfarrheim nach Oberwürzbach zu bringen. Das aufmerksame Publikum lauschte hingebungsvoll den ausgewählten Melodien, nahmen sie doch die Zuhörer gleichsam mit auf den Schwingen der Musik durch einen herbstlichen Oktoberabend. "Die beiden spielen wunderschön. Man kann die Augen schließen und träumen. Es klingt wie ein vertonter goldener Herbst", so das begeisterte Urteil einer Konzertbesucherin. Das machte den Vorsitzenden des Fördervereins, Fritz Hauck, sichtlich stolz auf die Auswahl, die genau die richtige war.

Der Zufall spielte mit

Zusammen mit Pianist und Chorleiter Meyer ist Hauck ständig auf der Suche nach außergewöhnlichen musikalischen Werken. Und die waren bei diesem Konzert sicherlich wieder gefunden. War es doch dem Zufall zu verdanken, dass Wirbach und Meyer überhaupt zusammentrafen. "Unser Duo ist eine reine Zufallsbekanntschaft" lächelt Meyer. "Wolf-Dietrich Wirbach war eigentlich der Cello-Lehrer unseres ältesten Sohnes. Und als eine der Unterrichtsstunden mal ausfiel, haben wir uns kurz entschlossen, den angebrochenen Abend zu nutzen, um gemeinsam zu musizieren mit Klavier und Cello - das Duo war geboren."

Eingestimmt wurden die Konzertbesucher mit einem zarten Adagio nach Albinoni von Giazotto, ein sehr gefühlvolles Miteinander von Klavier und Violoncello. Auch durch die vier Sätze der Vivaldi-Sonate a-Moll spielten sich die beiden Solisten bravourös und präzise auf einander abgestimmt. Wie ein Feuerwerk von Phrasen und Reprisen stellten sie die zwölf Variationen über das bekannte Händelthema vor, das beim Publikum als Weihnachtsmelodie bekannt ist. Mit fliegenden Fingern musizierte Meyer auf dem Klavier , völlig eingetaucht in die kompositorischen Finessen dieses Beethoven-Werkes. In der e-Moll-Sonate von Brahms spielte Wirbach das Cello in seinen schönsten romantischen Klängen, ergänzt von wirbelnden Klavierpassagen, die sich mit voluminösen Harmoniewolken abwechselten.