EselRock: „Musik verbindet“ wagte etwas Neues

EselRock : „Musik verbindet“ wagte etwas Neues

Der Ruf nach Wiederholung wurde schnell laut: Der „Eselrock“ erlebte eine gelungene Premiere in der Oberwürzbachhalle.

Die Orchestergemeinschaft „Musik verbindet“ ist eine, mit der man bei jeder Festivität in ihrem Heimatort rechnen kann und bei der man mit allem rechnen muss. So wunderte es nicht, dass sie einmal mehr mit einer guten Idee an die Öffentlichkeit ging. Der erste „Eselrock“ sollte in der Oberwürzbachhalle steigen, zur Freude der Werzbacher. Nicht, dass es beim Verein, schon weil er sich seinen guten Ruf mit immer wieder gut hörbarer Musik verdient hat, ruhig geworden wäre. Doch aus Sicht der Musiker und ihres Dirigenten Michael Christmann war es wohl so, dass man sich auf eingetretenen Pfaden, wenn auch bewährten, befand und mal eine neue Herausforderung suchte.

Die Idee zum „1. EselRock“ sei auf einem Probeseminar in Falkenstein entstanden, als die Musiker darüber philosophierten, wie man als Blasorchester ein breiteres Publikum für den Besuch einer ihrer Konzertveranstaltungen begeistern könnte, wie auf der Homepage der Truppe zu lesen ist. Schnell sei man sich einig gewesen, dass da etwas ganz Neues her müsse. Man wollte ein Livekonzert mit Eventcharakter, also mit cooler Bühne, bunten Lichtern, fettem Sound und leckeren Drinks. Bisher ging es bei den Konzerten eher klassisch konzertant zu, am vergangenen Samstag wollte man es rocken lassen. Die Veranstaltung im Zeichen des Oberwürzbacher „Wappentiers“ wollten viele verfolgen, der Saal war voll. An der „Eseltränke“, die laut Moderator erst am Vorabend aus „Holz vom Fuhrweg“ zusammengezimmert worden sei, konnten sich nicht nur Maulesel, sondern auch andere Gäste mit Durstlöschern versorgen, am Futtertrog das Loch im Magen stopfen. Während die Musiker auf der Bühne, unterstützt von Gitarre, Keyboard und Gesang, Stücke von Robbie Williams, Toto, Bon Jovi, Stevie Wonder, Tina Turner und noch einigen mehr im Big-Band-Style ablieferten, ging es unten locker zu. Stehtische ließen von Anfang an keinen Zweifel daran, dass es hier nicht um ein „klassisches Klassikkonzert“ ging. Hintergrundgeräusche wurden von den Musikern, wie bei normalen Rockkonzerten auch, klaglos hingenommen, intensives Mitsingen oder spontane Tanzeinlagen gern gesehen.

Wem danach war, die Klänge im Sitzen zu verfolgen, holte sich einen Stuhl und platzierte ihn an der für ihn genehmen Stelle. Schließlich waren nicht nur junge Leute im Publikum, sondern Musikliebhaber aller Generationen. Die Rechnung von „Musik verbindet“ ist aufgegangen, Nachfragen nach dem „2. EselRock“ wurden bereits gestellt. Die Mitglieder des Blasorchesters bereiteten der nachfolgenden Cover-Band „MeenGees“ erfolgreich den Tanzboden und hatten selbst sichtbar Spaß am neuen Format.

„Es ist wie ein kleines Dorffest. Nun beginnt die dunkle Jahreszeit und man sieht die Nachbarn nicht mehr so oft. Hier trifft man sie und kann sich mal wieder unterhalten“, sagte eine Oberwürzbacherin während des Konzerts zu dessen zusätzlicher Bedeutung für die Kommunikation im Ort. „MeenGees“ und „Musik verbindet“ gingen wie gehofft steil und haben Oberwürzbach gerockt. Hoffentlich nicht zum letzten Mal.

Mehr von Saarbrücker Zeitung