Musik im historischen Gemäuer

Das ChorAct-Bandprojekt zeigte mit seinem Konzert beim Walsheimer Frühsommer im historischen Brauereikeller seine enorme musikalische Bandbreite: Mit Gospels und Spirituals, Musicalmelodien, Kirchenliedern und Hits der Beatles unterhielten sie das begeisterte Publikum.

Stehende Ovationen eines begeisterten Publikums erntete das ChorAct-Bandproject nach dem Schlussakkord ihres abwechslungsreichen Programms. Im historischen Brauereikeller zeigten die zumeist einheimischen Sänger und Instrumentalisten eine große Bandbreite musikalischer Darstellungskunst. Als viertes Konzert des 18. Walsheimer Frühsommer begann das Ensemble, das von den Technikern Sascha Scharfenberger und Johannes Ringeisen in die richtigen Sound gebracht wurde, mit Titeln der Fab Four aus Liverpool, den Beatles. John Lennon und Paul McCartney als Komponisten, die beispielsweise "Nowhere man" mit Christine Schmelzer als Solistin, "With a little help of my friends", das später auch Joe Cocker weltberühmt machte, oder auch "Eight days a week", kreiert hatten, hätten ihre Freude an den Interpretationen gehabt. In der ihm eigenen Atmosphäre unter den Kreuzgewölben und in stimmungsvolles Licht getaucht, forderten Claudia Stemmler und Christian Schmelzer bei ihrem Vortrag der Udo-Lindenberg-Komposition "Horizont" Szenenapplaus. Und weiter ging's nonstop in die Welt des Musicals. Andrew Lloyd Webber, Multitalent und einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Komponisten, hatte die Vorlage gegeben. ChorAct unter der Leitung von Jörg Concemius, widmete sich der Hymne Maria Magdalenas "I don't know, how to love him". Bei "Read all about it" hatte Claudia Stemmler einen weiteren Auftritt als Solistin. Lena Strass hieß die Solistin beim Bill-Withers-Titel "Lean on me". Breiten Raum des Repertoires nahmen Gospels und Spirituals ein.

Auch anspruchsvolle Titel

"Good news", "The little light" oder auch der Klassiker "Oh happy day", mit Katrin Martin als Vorsängerin, vermittelte die Botschaft Gospel gleich Evangelium gleich gute Botschaft. "Manche sagen, Liebe ist ein Begehren, ein unaufhörlich, schmerzhaftes Verlangen. Ich sage, Liebe ist eine Blume, und du bist ihr einziger Samen." Eine Textzeile aus dem Titel "The Rose", das von Andrea Obermann und ihrer Violine begleitet wurde und die Melancholie vieler Songs im letzten Relikt der früheren Walsheim Brauerei verdeutlichte. Der Chor verstand es einfühlsam und mit abgestimmtem Timbre auch anspruchsvolle Titel in die richtige Klangfarbe zu tauchen: ob bei "Amazing Grace", das zu den beliebtesten Kirchenliedern der Welt zählt, oder "Lord of Dance", wo man die Stepps der berühmten Riverdance-Gruppe mitschwingen hörte. "Was wollen wir trinken sieben Tage lang", ein Titel der auf einem skandinavischen Volkslied basiert und mit dem die niederländische Formation Bots weltberühmt wurde, markierte den stimmungsvollen Abschluss. Das letzte Konzert des diesjährigen Walsheimer Frühsommers fand am Mittwoch mit dem Soloquartett "Kammerchor Opus 9" und seinem Leiter Helge Schulz statt.

Mehr von Saarbrücker Zeitung