Moderne Schatzsuche nimmt ein jähes Ende

Moderne Schatzsuche nimmt ein jähes Ende

Es gibt Geocaches in St. Ingbert und auch an verschiedenen Stellen im Rohrbacher Wald: Einen Nachtcache am Waldparkplatz Erlenweg mussten Ideengeber Michael Müller und seine Helfer allerdings am Mittwochabend abbauen. Unbekannten war der Nachtcache ein Dorn im Auge.

Eigentlich sollte es jede Menge Spaß für die begeisterten Geocacher (es gibt derzeit zirka 200 Geocaches in St. Ingbert) werden: Ein Nachtcache im Rohrbacher Wald. Leider endete die moderne Schatzsuche bereits einen Tag nach Veröffentlichung ziemlich abrupt. "Bei solch einem Nachtcache handelt es sich um ein friedliches Spiel. Reflektoren zeigen den Weg, es werden diverse Verstecke ausgelegt", sagt der Ideengeber dieses Nachtcaches und Nabu-Mitarbeiter Michael Müller am Mittwochabend im Gespräch mit unserer Zeitung. Vorab hatte Müller die Waldbesucher - der Nachtcache begann am Waldparkplatz Erlenweg - über sein Vorhaben informiert, seine Kontaktdaten hingen aus. Auf sieben Kilometern sollten Interessierte sich des Abends mit ihrer Taschenlampe auf den Weg machen. Da haben sie jedoch die Rechnung ohne unbekannte Widersacher gemacht. "Es gab massiven Gegendwind. Bereits in der Vorbereitungsphase wurden Reflektoren abgerissen", erzählt Müller, der zirka 100 gelaufene Kilometer und 40 Stunden Vorbereitungszeit hinter sich hat, enttäuscht. Aber nicht nur das: Die Unbekannten hingen an verschiedenen Bäumen Zettel auf, auf denen stand: "Achtung! Auf diesem Weg werden Sie durch an den Bäumen fest installierte Kameras überwacht." Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es schon fast zum Lachen. Denn bei den "Kameras" handelte es sich um so genannte Reaktivlichter, das sind Plastikröhrchen mit einer Leuchtdiode, umwickelt mit Moos. "Echt schade", sagt Müller, der am Mittwoch mit einer Truppe von Helfern alles wieder abbaute. Und das, als gerade eine Truppe von Kindern gerne den Schatz finden wollte.

Angemeldet hatte Müller seinen Nachtcache übrigens nicht. "Im Wald ist so was nicht genehmigungspflichtig", erklärt der Nabu-Mitarbeiter. Zu den Grundsätzen der Geocacher gehört laut Müller übrigens, dass die Natur nicht beeinträchtigt wird.

Dieser Nachtcache hätte theoretisch jahrelang im Rohrbacher Wald "laufen" können. "Bei solch einem Gegenwind direkt zu Beginn bauen wir allerdings lieber ab, bevor am Ende noch die Polizei kommt. Das bringt nichts. Mit solchen Kommentaren wird das Spiel kaputt gemacht", sagt Müller abschließend enttäuscht.

Zum Thema:

HintergrundGeocaching ist eine Art elektronische Schatzsuche. Die Verstecke werden anhand geographischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden. Mit genauen Landkarten ist auch die Suche ohne GPS-Empfänger möglich.Bei einem Nachtcache handelt es sich um einen Geocache, welcher nur bei Dunkelheit gefunden werden kann. red

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