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Kinowerkstatt: Mit dem Glanz der Goldenen Palme

Kinowerkstatt : Mit dem Glanz der Goldenen Palme

Die Kinowerkstatt St. Ingbert zeigt dieser Tage den mehrfach ausgezeichneten Film „Aus dem Nichts“ mit Diane Kruger.

Die Kinowerkstatt zeigt am Freitag, 11. Mai und am Sonntag, 13. Mai, jeweils um 20 Uhr „Aus dem Nichts“ (Deutschland 2017) Regie: Fatih Akin, Buch: Fatih Akin & Hark Bohm, mit Diane Kruger, Dennis Moschitto, Ulrich Tukur, Numan Acar, Johannes Krisch, Jessica McIntyre. (Länge: 106 Minuten) Als Ausgangspunkt nahm Regisseur Akin den NSU-Anschlag in der Kölner Keupstraße. Dies macht seinen Film, der zum Teil von unübersehbarer Wut geprägt ist, bemerkenswert. Akins Film wurde – genau wie die Hauptdarstellerin Diane Kruger – bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet: Gerade mit der Silbernen Lola und dem Preis für das beste Drehbuch an Fatih Akin und seinen Co-Autor Hark Bohm, mit dem Golden Globe und dem Critics‘ Choice Award. Für ihre überragende Darstellung der Frau, deren Angehörige Opfer eines Anschlages werden, erhielt Diane Kruger die Goldene Palme der Filmfestspiele 2017 als Beste Darstellerin.

Eine Hommage an den Ende letzten Jahres verstorbenen Johnny Hallyday steht noch aus: Die Kinowerkstatt zeigt am Samstag, den 12. Mai, um 20 Uhr die Gauner-Fabel mit Augenzwinkern in der das französische Idol die Hauptrolle spielt, „Ehrbare Ganoven“, (Frankreich 1985, Originaltitel: Conseil de famille, Regie: Constantin Costa-Gavras, mit Johnny Hallyday, Fanny Ardant, Guy Marchand). François (Laurent Romor) ist elf, als sein Vater Louis (Johnny Hallyday) und dessen Freund Max (Guy Marchand) aus dem Knast kommen. Mutter (Fanny Ardant) ist glücklich, und auch die Geldsorgen sind bald vorbei. Wie das? Ganz einfach: Louis und Max rauben wieder Safes aus. Das machen sie keineswegs heimlich, sondern im Einverständnis der Familie. François will mitmachen darf‘s, und entpuppt sich als Könner. Jahre später reißen sich amerikanische Gangsterbosse um den erwachsenen François (Remi Martin). Bis François eines Tages seine Liebe zum Holz entdeckt und eine Ausbildung zum Tischler machen will. Noch dazu verliebt er sich in ein Mädchen. Ein Familienrat wird einberufen. Gegen den Willen seines Vaters schlägt das verliebte Gauner-Genie jedoch alle Angebote in den Wind. ­ Polit-Experte Costa-Gavras („Z“, 1969) beweist, dass er sich mit dieser unterhaltsamen Gangster-Familien-Komödie auch auf leichte Stoffe versteht.

Jeden zweiten Sonntag im Monat zeigt die Kinowerkstatt in der Sonntags-Matinée um 11 Uhr einen französischen Film in der OmU (Original mit dt. Untertiteln) – Fassung. Am Sonntag, 13. Mai, ist es „Les Châteaux de sable/Die Schlösser aus Sand“ (Frankreich 2015) von Olivier Jahan, mit Emma de Caunes und Yannick Renier, une comédie dramatique française. Éléonore ist mit ihrem Ex-Freund Samuel in das Haus ihres Vaters am Meer zurückgekehrt, in dem sie und Samuel viele glückliche Sommer verbracht haben, als sie noch ein Paar waren. Nach dem Tod ihres Vaters muss Éléonore das Haus verkaufen, und Samuel hat ihr angeboten ihr zu helfen, es für die zu erwartenden Käufer herzurichten. Eigentlich wissen beide, dass sie noch viel füreinander empfinden, aber dazu, gemeinsam in schönen Erinnerungen zu schwelgen, kommen sie nicht, denn die Immobilienmaklerin Claire führt einen potenziellen Käufer nach dem anderen durch das Haus. Und eine Nachbarin, die das Ganze aus der Ferne beobachtet, scheint ihre ganz eigenen Erinnerungen an das Haus und an Éléonores Vater zu haben. Ein Fest für Bretagne-Liebhaber: Der Film wurde gedreht am Sillon de Talbert bei Pleubian, in Lézardrieux, in Plougrescant, Tréguier und Paimpol und natürlich in Lammodez, wo das Haus steht, um das es in diesem Film vordergründig geht. Dieser Film wird am Montag, den 14. Mai 2018 um 20 Uhr wiederholt.

Weiterhin zu sehen ist in der Kinowerkstatt „Die grüne Lüge“ – der Film von Werner Boote zum Buch von Kathrin Hartmann, am Montag, den 14. Mai, um 18 Uhr. Dem Kampf den Umweltlügen der Konzerne hat sich Werner Boote angenommen in seinem Film „Die grüne Lüge“: Die Umwelt lässt sich so leicht retten, man muss nur die richtigen („fairen“) Produkte kaufen – das suggerieren einige Konzerne. Doch würde die Gesetzgebung funktionieren, dürfte es „unfaire“ Produkte gar nicht geben: Die Politik ist mitverantwortlich. Statt strenge Gesetze zu machen, verlässt sie sich auf freiwillige Versprechungen, die nicht einklagbar sind.

 Regisseur Fatih Akin und die Schauspielerin Diane Kruger sind bei der Lola-Party nach der Verleihung des 68. Deutschen Filmpreises.
Regisseur Fatih Akin und die Schauspielerin Diane Kruger sind bei der Lola-Party nach der Verleihung des 68. Deutschen Filmpreises. Foto: dpa/Britta Pedersen

www.kinowerkstatt.de