Mit dem Bildungsgrad steigen die Chancen

Mit dem Bildungsgrad steigen die Chancen

St. Wendel/Duraikudieruppu. Laut lachend springen die Mädchen und Jungen in voller Montur in den Fluss. Das Wasser spritzt. Die Kinder des Heimes Shanthi Bhavan haben sichtlich großen Spaß. Später kommen sie zum Essen am Ufer des Flusses zusammen. Der Ausflug an den Fluss war für die Kinder und Jugendlichen ein Höhepunkt des Besuches von Peter Adam aus St

St. Wendel/Duraikudieruppu. Laut lachend springen die Mädchen und Jungen in voller Montur in den Fluss. Das Wasser spritzt. Die Kinder des Heimes Shanthi Bhavan haben sichtlich großen Spaß. Später kommen sie zum Essen am Ufer des Flusses zusammen. Der Ausflug an den Fluss war für die Kinder und Jugendlichen ein Höhepunkt des Besuches von Peter Adam aus St. Wendel Anfang des Jahres in Indien.Einmal im Jahr ist Peter Adams, Projektleiter der Indienhilfe des Jochen-Rausch-Zentrums St. Wendel, mehrere Wochen in Südindien. Vor Ort überprüft er, was mit den Hilfs- und Spendengeldern aus dem Saarland getan wird. Vieles, wie er im SZ-Redaktionsgespräch betont.

Die Bildungschancen der Ärmsten verbessern, das ist das Fundament, auf dem die Hilfe des Jochen-Rausch-Zentrums ansetzt. So unterstützt dieses seit elf Jahren das Kinderheim Shanthi Bhavan. 44 Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 17 Jahren besuchen das Kinderheim. Sie besuchen drei verschiedene Schulen in der Umgebung. Die meisten Kinder sind keine Waisen, alle stammen aber aus armen Familien. Im Kinderheim bekommen sie ausreichend zu essen, sie können dort nach der Schule lernen, haben eine Unterkunft. Das Jochen-Rausch-Zentrum übernimmt alle Kosten, auch das Schulgeld. "Den Kindern geht es prima", freut sich Peter Adams. Zum Heim gehört auch eine kleine Obstplantage, mittlerweile könne man das Obst ernten. Die Picknicktour mit den Kindern dieses Heimes war für diese ein Höhepunkt des diesjährigen Besuches.

Das Jochen-Rausch-Zentrum unterstützt aber auch seit einiger Zeit die St.-Michaels-Schule, eine kleine Dorfschule samt Kinderheim in Vijaya Achampadu. Diese besuchen etwa 80 Kinder von der ersten bis fünften Klasse. Das alte Schulgebäude war marode, ist jetzt mit Geldern aus dem Saarland für 16 500 Euro durch einen Neubau ersetzt worden. Beim Besuch von Adam Anfang des Jahres ist das neue Schulhaus feierlich eingeweiht worden. 70 Prozent der Kosten hat die saarländische Landesregierung getragen, der Rest kam aus Mitteln des Hungermarsches des Jochen-Rausch-Zentrums. Die Finanzierung des Michael-Kinderheimes und des Heimes Shanthi Bhavan läuft über Paten. Mit 20 Euro im Monat übernehmen diese die Kosten für ein Kind. "Wir freuen uns über jeden weiteren Paten", unterstreicht Peter Adams.

Ein weiteres Schulprojekt, das von St. Wendel aus unterstützt wird, ist der Ausbau der St.-Josephs-Highschool in Duraikudieruppu um sechs Klassenräume. Diese Schule besuchen 320 Schüler, darunter die Kinder des Kinderheimes Mutter Theresa, das die Pfarreiengemeinschaft Oberthal gebaut hat und finanziert. Der Ausbau der Schule läuft, etwa 11 000 Euro werden laut Adams noch gebraucht. Abgeschlossen soll das Projekt zu Beginn des kommenden Jahres sein. Schon jetzt haben die Schüler der St.-Josephs-Highschool neue Schuluniformen bekommen. Die nicht jede Familie bezahlen konnte.

"100 Schuluniformen haben wir aus Geldern des Hungermarsches bezahlt", so Adams. Eine Uniform hat umgerechnet 20 Euro gekostet.

Löhne und Materialkosten sind nach Angaben des Projektleiters in Indien deutlich gestiegen. Das hat auch Auswirkungen auf den Bau der Witwenhäuser, ein weiteres Projekt des Jochen-Rausch-Zentrums. 95 Häuser hat die Indienhilfe schon gebaut. Zwei hat Peter Adams im Januar wieder eingeweiht, eines ist im Bau. Kostete ein Haus vor einigen Jahren noch 2500 Euro, so sind es heute schon 3700 Euro. Tendenz steigend. Der nächste Hungermarsch findet übrigens am Sonntag, 30. September, statt. Beginn ist um elf Uhr mit einem Gottesdienst im Missionshaus St. Wendel.

Der Badeausflug macht den Kindern des Heimes Shanthi Bhavan großen Spaß.
Die Kinder der St.-Michaels-Schule versammeln sich vor der Kirche auf dem Schulgelände.
Peter Adams bei der Einweihung des neuen Schulgebäudes.

Wer sich über die Arbeit der Indienhilfe des Jochen-Rausch-Zentrums St. Wendel informieren will, wer spenden oder eine Patenschaft übernehmen will, der kann sich an Peter Adams wenden. Seine Adresse: Julius-Bettinger-Straße 12, 66606 St. Wendel, erreichbar unter Telefon (0 68 51) 76 81, E-Mail: pit.adams@web.de. Das Spendenkonto: Jochen-Rausch-Zentrum, Indienhilfe, Kreissparkasse St. Wendel, BLZ 592 510 20, Kontonummer 8 46 16.

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