Missglückte Sanierung einer morschen Brücke

Missglückte Sanierung einer morschen Brücke

Wolfersheim/Breitfurt. In der letzten Ausschuss-Sitzung für Umwelt, Planen und Bauen des Blieskasteler Stadtrates gab Achim Jesel, SPD-Fraktionsvorsitzender und Mitarbeiter der Verwaltung des Saarpfalz-Kreises, einen sogenannten Sachstandsbericht über die Fußgänger-Bliesbrücke zwischen Wolfersheim und Breitfurt ab

Wolfersheim/Breitfurt. In der letzten Ausschuss-Sitzung für Umwelt, Planen und Bauen des Blieskasteler Stadtrates gab Achim Jesel, SPD-Fraktionsvorsitzender und Mitarbeiter der Verwaltung des Saarpfalz-Kreises, einen sogenannten Sachstandsbericht über die Fußgänger-Bliesbrücke zwischen Wolfersheim und Breitfurt ab. Im Jahre 2008 hatte die Stadt Blieskastel durch ein Ingenieurbüro die Brücke prüfen lassen. Die Prüfung ergab Mängel und Schäden, die "Dauerhaftigkeit" einzelner Bauteile - ja sogar des gesamten Brückenbauwerks - schien nicht mehr gegeben.

Da die Standsicherheit also nicht mehr gewährleistet war, musste die Brücke gesperrt werden. Diese Sperrung rief großen Unmut bei der Bevölkerung in den beiden Stadtteilen hervor, manche Zeitgenossen sprachen gar von einer Verschwörung der "schwarzen" Verwaltung gegen die beiden "rot" regierten Stadtteile. Es wurde seitens der beiden Ortsräte und auch aus der Bevölkerung ein Neubau der Brücke schnellstens gefordert. Eine statische Prüfung sollte letztlich für Klarheit sorgen, denn viele Bürger konnten oder wollten dem Prüfbericht keinen Glauben schenken.

In ersten Schätzungen der Stadtverwaltung wurden die Kosten für einen Neubau auf 360 000 Euro (Holz) bis 447 000 Euro (Aluminium) beziffert. Auf Anfrage der beiden Ortsvorsteher aus Breitfurt und Wolfersheim ließ der Saarpfalz-Kreis die Brücke erneut begutachten mit dem "Ziel einer kostengünstigen Sanierung des Bauwerks, damit die Brücke noch einmal für 15 bis 20 Jahre genutzt werden könne", so Achim Jesel. Das Projekt sollte damals mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Radwegprogrammes "velo visavis" mit 50 Prozent bezuschusst werden. Es gab ein erstes Sanierungskonzept (55 000 Euro), das dann auf rund 95 000 Euro "nachgebessert" wurde. Da die Brücke weiterhin durch Fußgänger - trotz Absperrung - genutzt wurde, ließ der Saarpfalz-Kreis eine Teilsanierung (Vorlandbrücken) der Brücke vergeben. Die Kosten dieser Maßnahme beliefen sich auf knapp 20 000 Euro.

Schäden größer als erwartet

Bei der Wiederaufnahme der Arbeiten nach einer erforderlichen Pause wurde festgestellt, dass die Brückenschäden weitaus größer waren, als bis dahin überhaupt angenommen. Achim Jesel: "Das war dann der Super-Gau". Eine technische Sanierung war nicht möglich, die Arbeiten wurden daraufhin abgebrochen. Wie Achim Jesel weiter mitteilte, habe die Sperrung der Brücke Auswirkungen auf touristische Projekte in der Biosphärenregion. Die Kosten, die bisher entstanden sind, bezifferte Jesel auf rund 60 000 Euro.

Seit Ende 2008 ist die nicht mehr sichere Fußgängerbrücke zwischen Wolfersheim und Breitfurt geschlossen, wird aber dennoch weiterhin genutzt. Foto: Stadt Blieskastel/Brabänder.

Im Ausschuss sprach Georg Wilhelm (CDU) deshalb von einer "missglückten Sanierung", die nun 60.000 Euro verschlungen habe - und man sei "nicht weit gekommen". Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener bekräftigte, dass man mindestens 350 000 Euro in die Hand nehmen müsse, um eine neue Brücke zu erstellen. Aber sie sehe bisher "keine Fördertöpfe", derer man sich bedienen könne. Achim Jesel wurde nach seiner Aussage vom Kreistag beauftragt, weitere Fördermöglichkeiten auszuloten.