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Mint-Campus fliegt eine Warteschleife

Mint-Campus fliegt eine Warteschleife

Den Eindruck von SPD-Stadtrat Klaus Güttes, beim Mint-Campus auf der Alten Schmelz fehlten Fortschritte, konnte die Verwaltung nicht ganz ausräumen. Der Baudirektor verwies auf die Vielschichtigkeit des Vorhabens.

Mangelnden Fortschritt beim Projekt Mint-Campus Alte Schmelz monierte in der jüngsten Sitzung des Ratsausschusses Stadtentwicklung Klaus Güttes. Bei den Mitgliedern des Mint-Campus-Vereins wachse mittlerweile die Frustration, führte der Sozialdemokrat aus. Ist die Idee eines außerschulischen Campus für naturwissenschaftlich interessierte junge Menschen und junge Tüftler im Dornröschenschlaf? Die Verwaltung bemühte sich, einen anderen Eindruck zu vermitteln. Dabei wurde zumindest so viel klar: Die Reaktivierung weiterer alter Gebäude auf der Schmelz ist nicht ganz so einfach, wie sich Campus-Förderer und die schon seit vielen Jahren aktive "Initiative Alte Schmelz " gerne wünschen würden. St. Ingberts Baudirektor Martin Ruck: "Das Projekt Mint-Campus ist vielschichtig." Es laufe die Erarbeitung eines städtebaulichen Rahmenkonzeptes, das Ende des Jahres vorliegen solle. Ein bedeutender Baustein und quasi das Pilotprojekt sei das Schülerforschungszentrum, das die Verwaltung momentan vorrangig abarbeite. Dieses Zentrum soll im ehemaligen Laborgebäude entstehen. Auch das hat seine Tücken. Ruck: "Seitens des Ministeriums besteht eine gewisse Traurigkeit, da es sich bei diesem Gebäude nicht um ein Denkmal handelt. Wir müssen nachweisen, dass es das einzig sinnvolle Gebäude für diese Nutzung ist. Diese Schleife müssen wir noch fliegen." Für den Bau des Schülerforschungszentrums, so ist es den Unterlagen zum Ausschuss zu entnehmen, hat die Stadt im vergangenen Jahr Fördergeld für den ersten Bauabschnitt von 1,2 Millionen Euro beantragt. Das Land habe dies schon mit einer 75-prozentigen Förderzusage bereits genehmigt.

Daneben wurde im Ausschuss über den ehemaligen Verwaltungsbau und die Feuerwehrgebäude der Alten Schmelz gesprochen, beide im Besitz der Stadt-Tochter Gewerbegelände-Entwicklungsgesellschaft GGE. Ruck erläuterte, die Verwaltung brauche konkrete Angaben, wer die Gemäuer für welchen Bereich und mit wie vielen Köpfen nutzen wolle. Alfons Blug, Vorsitzender der Schmelz-Initiative, versprach eine genaue Auflistung. Er erläuterte unter anderem, die Feuerwehrgaragen seien für junge Leute gedacht, die gerne handwerklich aktiv würden. Blug berichtete auch davon, man habe zwei bis drei Jahre gebraucht, um von der GGE einen Mietvertrag zu bekommen. Blug: "Die Räume standen seit zehn Jahren leer." Deshalb müsse er um Verständnis bitten, wenn dem ein oder anderen manchmal der Geduldsfaden reiße.