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„Millionenbeträge für Sporthallen-Umbau sind unverantwortlich“

„Millionenbeträge für Sporthallen-Umbau sind unverantwortlich“

Auch die CDU-Stadtratsfraktion widerspricht der Ankündigung des St. Ingberter OB, Flüchtlinge in der Tischtennis- oder der TG-Halle unterzubringen. Im Gewerbegebiet „Pottaschwald“ bestünden sinnvolle Alternativen.

. Die CDU-Fraktion im Stadtrat spricht sich klar gegen die von Oberbürgermeister Hans Wagner beim Neujahresempfang der Stadt St. Ingbert 2016 vorgetragene Ankündigung aus, zugewiesene Flüchtlinge in der ehemaligen Tischtennishalle in der Gustav-Clauss-Anlage sowie in der TG-Halle in Rohrbach unterzubringen zu wollen. Diese Hallen stehen seit vielen Jahren leer, ihr Abriss ist lange schon vom Stadtrat beschlossen; Gelder für den Abriss der TT-Halle sind im Haushalt 2015/16 eingestellt.

Gegen die Nutzung der Hallen sprechen laut CDU triftige Gründe: Vor der Unterbringung von Flüchtlingen müssten zur Instandsetzung beider Hallen auf Grund der bekanntermaßen teilweise maroden Bausubstanz nach Schätzung der CDU mehrere Millionen Euro für Sanierung und Umbau aufgebracht werden, und das bislang ohne jegliche zweckmäßige Nachnutzungsmöglichkeit. Als Alternative zur Schaffung einer nach Zuweisung der Flüchtlinge aus Lebach dringend benötigten Sammeleinrichtung schlagen die Christdemokraten unter anderem vor, leerstehende Gewerbehallen im Gewerbegebiet "Pottaschwald" zu nutzen. Mindestens eine dieser Hallen ist nach Ansicht der CDU zur raschen Unterbringung geeignet. Sie sei gut heizbar und eine zweckmäßige Raumaufteilung ebenfalls leicht herzustellen. Aus diesen Hallen könnten die Flüchtlinge dann schnellstmöglich dezentral in kleinere Wohneinheiten über das Stadtgebiet verteilt werden. Diese Hallen könnten entweder angemietet oder nach einem Ankauf später sinnvoll weitergenutzt werden.

Langfristig planen

"Der Oberbürgermeister sollte seiner Verantwortung für die Stadt endlich einmal gerecht werden. Millionenbeträge auszugeben, um trotz bestehender Alternativen nutzlose und marode Sporthallen umzubauen, ist völlig unverantwortlich und den Bürgerinnen und Bürgern von St. Ingbert nicht zu erklären", meint Frank Breinig, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Stattdessen sollte der OB der in seiner Verwaltung reichlich vorhandenen Kompetenz vertrauen und die bestehenden Alternativen nutzen, die mit viel weniger Geld oder zumindest zum langfristigen Nutzen der Stadt hergerichtet werden könnten.