Mietern des Bläse-Hauses in St. Ingbert fehlt ein Ansprechpartner

Bläse-Stiftung St. Ingbert : Ein neues Haus mit vielen Mängeln

Den Mietern des Bläse-Hauses in der St. Ingberter Kaiserstraße fehlt seit dem Einzug ein Ansprechpartner für viele Probleme. Sie wandten sich hilfesuchend an den Ortsrat.

Anfang des Jahres, im Februar, zogen die ersten Mieter in die Wohnungen des von der Erich Ferdinand-Bläse-Stiftung neu errichteten Wohnhauses ein. Im März folgten weitere Anwohner. „Seniorengerechtes Wohnen mit Wohlfühlfaktor“. Barrierefrei, direkt in der Stadt, ein Fußweg zur Gustav-Claus-Anlage war geplant. Es gibt einen Aufzug und Parkplätze im Hof. Eine gute Idee, die in der Praxis jedoch einige Haken hat.

Im Haus fehlt ein Hausmeister, die Anwohner haben derzeit keinen Ansprechpartner, egal ob das warme Wasser Probleme macht, die Heizung eingestellt werden muss, oder etwas mit den Fenstern nicht stimmt. Der Geschäftsführer der Stiftung hat sein Amt niedergelegt. Als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes ist der jeweilige Oberbürgermeister eingesetzt, auch hier stand ein Wechsel an. Im September nahm die jetzige Ortsvorsteherin Irene Kaiser an einer Mieterversammlung teil und versprach den Anwohnern, sich noch im Oktober um ihre Anliegen zu kümmern. Sie hielt Wort und kam am Donnerstag (31. Oktober) gemeinsam mit dem Ortsrat und dem neuen Oberbürgermeister Ulli Meyer wieder.

An diesem Abend kamen alle Probleme auf den Tisch. Angefangen bei baulichen Mängeln bis hin zu problematischen Abläufen und Alltagsschwierigkeiten, die oftmals große Folgen für die Mieter haben.

So fehlen in zwei Wohnungen Rolläden an Fenstern, die unter anderem als Schlafzimmer genutzt werden. Andere Fenster lassen sich nicht öffnen. Wie die Fußbodenheizung eingestellt wird, hat den Mietern niemand erklärt. Einige Wohnungen bleiben daher kalt. Die gesetzlich vorgeschriebenen Feuermelder wurden nie montiert, und es gibt zwar einen Aufzug in den Keller, von wo man stufenlos in den Garten und ums Haus herum käme, aber dort wurde keine Tür verbaut. Der Garten verkommt, und der geplante Weg zur Gustav-Clauss-Anlage existiert bis heute nicht. Es gibt außerdem Schwierigkeiten mit der Gebäudereinigung. Und ob ein Winterdienst beauftragt ist, ist unbekannt.

Mängel, bei denen man herausfinden müsse, wer in der Verantwortung steht, so Ulli Meyer. Es müssen Nachforschungen angestellt werden, damit die Probleme von den dafür Zuständigen in Ordnung gebracht werden können. Aber noch fehlen dem neuen Oberbürgermeister Informationen. Er ist erst seit Kurzem im Amt und bisher nicht mit den Daten der Stiftung vertraut. Aber eines ist ihm klar: „Wir kümmern uns darum. Mir ist wichtig, dass alles gründlich und solide erledigt wird.“

Auch Probleme im Alltag machen den Mietern zu schaffen: Niemand ist da, der die schweren Müllcontainer an den Abholungstagen auf die Straße bugsiert. In einer Toilette im Gemeinschaftsbereich fehlen Armaturen wie Seifen- und Toilettenpapierhalter. Es gibt keinen Platz, um Fahrräder sicher abzustellen, und die Parksituation in der Kaiserstraße gestaltet sich problematisch. Schilder und vielleicht sogar ein Spiegel sollten an der Ausfahrt montiert werden, finden die Mieter. Für die Münzen der Waschmaschine müssen sie zur Abholung zum Rathaus. Außerdem hängen die Briefkästen im Hof hinter dem Haus, was mehrfach zu Verwirrung bei der Zustellung führte. Viele Einzelheiten, die zu einem Problemberg wachsen, der sich alleine nicht bewältigen lässt. Meyer versprach, sich um alles zu kümmern. Schon in der kommenden Woche wird es einen Aushang geben, auf dem ein konkreter Ansprechpartner mit Telefonnummer und Mailadresse genannt wird. Es soll so schnell wie möglich etwas passieren. Dennoch werden manche Punkte Zeit zur Klärung brauchen, andere dafür wohl rascher umzusetzen sein.

Das neue Bläse-Haus (hier aus Richtung Stadtpark gesehen) in der Kaiserstraße weist aus Sicht der Bewohner noch einige bauliche und organisatorische Mängel auf. Foto: Cornelia Jung/Cornrlia Jung

Die Mieter zeigten sich dankbar, dass ihnen jemand zuhöre und für sie da sei. Nun wollen sie gemeinsam für den Oberbürgermeister und den Ortsrat eine detaillierte Mängelliste erstellen, die nach Priorität und Möglichkeit abgearbeitet werden kann.

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