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Mettenschicht mit Chor und Bergkapelle

Mettenschicht mit Chor und Bergkapelle

In besonderer Atmosphäre haben im Rischbachstollen wieder zahlreiche Gläubige eine Mettenschicht gefeiert. Mit dabei waren auch der Knappenchor des Berg-, Hütten- und Arbeitervereins Konfeld sowie die Bergkapelle aus St. Ingbert.

. Auch wenn in St. Ingbert schon lange keine Kohle mehr ausgefahren wird, hat sich das bergmännische Brauchtum erhalten. Und so feierte der Verein Rischbachstollen am Samstag eine Mettenschicht, wie die letzte Schicht vor Weihnachten bei den Bergleuten normalerweise genannt wird. Zuerst wurden die Gäste durch ein Urgestein der besonderen Art begrüßt, denn die Bergkapelle St. Ingbert, die zu Beginn im Zechenhaus aufspielte, ist mit ihren 174 Jahren die älteste linksrheinische Bergkapelle.

Neben der Geselligkeit und der Erinnerung an die goldenen Bergbauzeiten stehen die Andachten bei der Mettenschicht im Vordergrund. Während sonst bei den Führungen Schaffkleidung und Arschleder angezogen und Führungsentgelt entrichtet werden muss, hatten die Besucher am Samstag die Möglichkeit, ohne große Anmeldung den zwei Andachten mit Pfarrer Achim Dittrich oder Roland Wagner beizuwohnen. Dafür brauchten sie nur etwas mehr als 200 Meter "Strecke machen", die leicht durch die im Stollen aufgehängten Geleuchte zu finden war. Als sich der "Hohlraum" weitete, brachte sich der Knappenchor des Berg-, Hütten- und Arbeitervereins Konfeld in Stellung und umrahmte mit seinem Gesang die feierliche Andacht zum Ende des Jahres.

In Gedenken an Barbara

"Fern vom Himmel und vom Licht wird man daran erinnert, dass es einen Himmel gibt, in dem Gott wohnt (…) Es gab Menschen, die einen besonderen Draht zu ihm hatten. Die heilige Barbara spricht die Bergleute dabei ganz besonders an", so Dittrich, für den die Andacht im Stollen, in Sichtweite der aus dem Sandstein gehauenen Barbara, eine Premiere war. Dem Vorsitzenden des Vereins, Edde Schäfer, war erst recht feierlich zumute: "Wir arbeiten hier ehrenamtlich. So wie Sie heute, sehen wir den Stollen sonst nicht. Aber immer, wenn wir ihn so hergerichtet sehen, dann ist Mettenschicht und damit wieder ein Jahr um." Pfarrer Dittrich verwies auf die Legende der Barbara, der Tatsachen zugrunde liegen. "Barbara hat auch eingesperrt Glauben und Hoffnung nicht fahren lassen. Sie ist eine Märtyrerin", so der Pfarrer, der dazu aufrief, auch in scheinbar ausweglosen Situationen nicht zu verzweifeln oder aufzugeben.

Gerade in der heutigen Zeit brauche es Treue, Mut und Toleranz oder ein Licht, auf das man zusteuern könne. Mit den Besuchern betete Pfarrer Achim Dittrich für alle Menschen, die gefährliche Arbeiten verrichten oder dabei zu Schaden gekommen sind, aber auch für Kranke und Depressive, auf dass sie neuen Mut finden. Er wünschte, dass das Weihnachtsfest wieder Menschen zueinander führen solle, damit es ein Fest der Liebe wird.

Andächtig lauschten die Besucher noch dem Barbaralied des Chores, bevor es wieder an die Tagesoberfläche ging. Wenn man der Ursprünglichkeit des Glaubens auf den Grund gehen wollte, war man bei diesem besonderen Ereignis am Samstag goldrichtig.