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Messerschmied macht Nägel mit Köpfen

Messerschmied macht Nägel mit Köpfen

Unter einem durchaus ungewöhnlichen Motto steht der am 13. September stattfindende Tag des offenen Denkmals: „Handwerk, Technik, Industrie“. Davon gibt es in St. Ingbert bekanntermaßen reichlich.

. Am Sonntag, 13. September, findet wieder der jährliche bundes- und europaweite "Tag des offenen Denkmals" statt, der in diesem Jahr unter dem Motto "Handwerk , Technik, Industrie" steht. Ein weites Feld. Auch St. Ingbert hat hinsichtlich dieses Themas viel zu bieten. So stellen sich an diesem Tag der Rischbachstollen und die ehemalige Brauerei Becker im Innovationspark vor, wo es mehrere Führungen gibt. Dies kann man auch im Flyer lesen, der anlässlich dieses Tages vom Ministerium für Bildung und Kultur sowie vom Landesdenkmalamt herausgegeben wurde. Auch auf der Alten Schmelz ist am Denkmaltag einiges los, wie Alfons Blug, der Vorsitzende der Initiative Alte Schmelz , bei einem Pressegespräch sagte.

Dort will man versuchen, das Leben und Arbeiten in einem Eisenwerk erlebbar zu machen. Zur Geschichte der Eisengewinnung und -Verarbeitung gibt es Führungen auf dem historischen Gelände, aber auch Vorführungen. Ab 11 Uhr macht ein Messerschmied "Nägel mit Köpfen", der ebenfalls zeigt, was man durch Biegen, Schmieden und Kringeln alles aus Draht machen kann. Sicher eine spannende Angelegenheit, nicht nur für Kinder. Außerdem wird in der Möllerhalle ein rund zehn Meter langes Walzstraßenmodell vorgeführt, das bis jetzt 30 Jahre eher unbemerkt im städtischen Archiv vor sich hin schlummerte. Es wurde um 1930 von August Ganzenmüler angefertigt und jetzt mit Hilfe von Mitarbeitern der AQuiS (Arbeit und Qualifizierung im Saarpfalzkreis restauriert und zum Leben erweckt.

Ab 14 Uhr gibt es eine Filmvorführung zum Thema "Eisen" aus der Sendung mit der Maus. Danach referiert Francis Martin zum Thema "Aus der Hexenküche der Stahlkocher", gefolgt von Alfons Blug mit dem Vortrag "Vision MINT-Campus auf dem Weg zur konkreten Utopie - eine Spinnerei oder eine Chance für die Region". Was das im Konkreten heißt, darüber informierte die Initiative ebenfalls. Im Projekt "Alte Schmelz " wurde eine neue Phase eingeläutet, denn in die Entwicklung, die mit der Aufnahme des Ensembles in die Liste des Denkmalschutzes begann, ist neuer Schwung gekommen. Hieß der Slogan 1997 noch "Aufbruch statt Abbruch", kommt jetzt die Zeit des Umbruchs. Von der Stadt St. Ingbert wird die Aufstellung eines "Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes" vorangetrieben, das bis Ende 2015 in einem Antrag auf Förderung aus den Töpfen des Städtebaulichen Denkmalschutzes münden soll. Es geht immerhin um 80 Prozent Förderung. Dafür müssen Stadt und Initiative noch viele Hausaufgaben machen. Es müssen Businesspläne und Energiekonzepte erstellt werden. Gelingt den Initiatoren eine überzeugende Darstellung, könnte die Alte Schmelz mit einer Förderung bis zu sieben Jahren rechnen und "St. Ingbert hat die Chance, mit der Alten Schmelz in die Bundesliga" aufzurücken, so der Wunsch von Blug.

Im Saarland ist das Ensemble des ehemaligen Eisenwerks das einzige Projekt, das ausgewählt wurde. Die Initiative Alte Schmelz hat die Bürgerbeteiligung in der Satzung festgeschrieben. Das soll so bleiben und die Ideen aus der Bevölkerung sind erwünscht. "Dem fühlen wir uns verpflichtet".