Mehr Köpfe vertreten Interessen der Händler

Mehr Köpfe vertreten Interessen der Händler

St. Ingbert. Der City-Manager liegt ihm am Herzen. Wenn Nico Ganster, frisch gewählter Vorsitzender des St. Ingberter Vereins für Handel und Gewerbe, über die Situation der Mittelstadt im Allgemeinen und die der Händler im Speziellen spricht, dann ist es besonders ein Mehr an Kommunikation, das er einfordert

St. Ingbert. Der City-Manager liegt ihm am Herzen. Wenn Nico Ganster, frisch gewählter Vorsitzender des St. Ingberter Vereins für Handel und Gewerbe, über die Situation der Mittelstadt im Allgemeinen und die der Händler im Speziellen spricht, dann ist es besonders ein Mehr an Kommunikation, das er einfordert. Und für den fruchtbaren Austausch untereinander bedarf es eben einer Person, die Ideen zusammenträgt und voranbringt. Ein City-Manager, angegliedert ans Rathaus, wäre deshalb eine gute Sache, findet Ganster. Unterstützung dafür erhofft er sich vom künftigen Oberbürgermeister Hans Wagner. Als Gewerbetreibender sei der Mann doch prädestiniert, sein Augenmerk auf einen florierenden Handel zu legen, sagt der neue Frontmann.Der Friseurmeister, 52 Jahre alt, hat Michael Köhl an der Spitze der Händler-Vertretung abgelöst. Köhl hatte schon vor einem Jahr die Amtsgeschäfte an Ganster übergeben, da er sich beruflich zu stark eingebunden sah. Nach einem Jahr kommissarischer Leitung ist der Job jetzt ganz offiziell an Ganster gegangen. Zweiter Vorsitzender ist Johannes Huber. Thomas Leidinger bleibt für die Kasse zuständig. Der neue Vorstand hat zudem mehr Gesichter, die Zahl der Beisitzer hat sich verdoppelt: Der alte Vorsitzende Michael Köhl bleibt in dieser Funktion dem Vorstand verbunden. Daneben sind Albert Herges, Alexander Eich, Georg Lorscheider, Dagmar Demin und Alexander Dorscheid in der Runde. Mit der personellen Aufstockung hofft Ganster neues Leben in die Bude zu bringen. "Die Beisitzer hatten bislang keine konkreten Aufgaben. In der ersten Vorstandssitzung Ende Mai wollen wir das ändern." Ob Pressearbeit oder Innenstadt-Marketing - jeder Mitstreiter kann sich mit speziellen Themen einbringen. Ganster: "Wir verteilen die Arbeit auf mehrere Schultern."

Die St. Ingberter Händler unter einen Hut zu bringen, das zeigt etwa die Diskussion um einheitliche Öffnungszeiten, braucht eine gehörige Portion Optimismus. Den bringt der St. Ingberter Friseur offenbar mit. Er selbst drückt es so aus: "Es braucht ein Stück positiver Beklopptheit." Sein Appell: "Wir brauchen eine positive Unzufriedenheit. Wir müssen uns überlegen, was wir in St. Ingbert machen können, um uns von anderen Städten abzuheben." Mit kreativen Ansätzen und Ideen könne sich jeder an den Vorstand wenden. Dazu gelte es die Politik mit in die Verantwortung zu nehmen. An einer "funktionierenden Innenstadt" müsse auch ihr gelegen sein.

St. Ingbert habe eine gewachsene Struktur und eine Vielfalt in der Geschäftswelt, da ist sich Ganster sicher. Darauf gelte es aufzubauen. "In den nächsten Jahren stehen bei inhabergeführten Geschäften Wechsel an. Sie brauchen Nachfolger", weiß Ganster um die Zerbrechlichkeit des Gebildes. Und kommt wieder auf den Manager zurück. Das Stadtmarketing sorge schon für positive Aktionen, aber er sieht auch noch Luft nach oben. Die personelle Ausstattung sei zu gering, moniert der Händler-Chef. Eine Person müsse sich zusätzlich hauptamtlich reinhängen, damit die Mittelstadt zwischen den großen umgebenden Städten eine Zukunft hat. Ein City-Manager eben.

Foto: Pascal Becher

"Es braucht ein Stück positiver Bekloppt-

heit."

Nico Ganster, Vorsitzender "Handel und Gewerbe"