Mehr als ein Hauch von Mauritius

Reibungslos hat die Übergabe des kleinen Verkaufsladens vor dem St. Ingberter Rathaus von der Familie Heiderich an die aus Mauritius stammende Familie Auckbaraullee funktioniert. Auf die Kundschaft warten auch einige kulinarische Überraschungen.

An der Einfahrt zum St. Ingberter Markt steht seit Jahrzehnten ein Kiosk, der in den vergangenen sechs Jahren von Edgar Heiderich und seiner Frau betrieben wurde. Aus Altersgründen wollte der 62-Jährige nun den kleinen Laden, in dem es unter anderem Zeitschriften, Getränke, Tabakwaren und Süßigkeiten gibt, aufgeben. Eine schlechte Nachricht für die Stadtverwaltung, die Vermieter der zirka 30 Quadratmeter Verkaufsfläche mit angeschlossener Toilette ist. In Absprache mit Stefan Ruffing von der Abteilung Gebäude- und Liegenschaften machte Heiderich einen Aushang, auf den sich vier Bewerber meldeten. Einer wollte dort am liebsten einen Döner-Laden eröffnen, ein anderer den fast schon historischen Kiosk abreißen. Beides Dinge, die Ruffing nicht toleriert, denn der Kiosk ist eine Institution. Ihn überzeugte eine junge Familie, die nun seit Anfang September die Geschäfte führt. "Das ist eine gute Wahl. Ich finde es super", sagte Ruffing, "mit den beiden vollzieht sich auch ein wunderbarer Generationswechsel."

Start mit vielen Ideen

Ideen haben Angela und Faez Eshan Auckbaraullee genug. Nun werden im Kiosk auch Getränke in Ein-Liter-Flaschen angeboten, die neue Kaffeemaschine bereitet auch Latte Macchiato , Cappuccino oder heiße Schokolade zu. Es sei der beste Kakao weit und breit, wie ihr kleiner Sohn versichert. Bald wird es noch belegte Brötchen geben. Die 30-jährige Angela wurde in St. Ingbert geboren, die Wurzeln ihrer Familie liegen aber auch auf Mauritus, wo sie ihren späteren Mann kennen lernte, der seit elf Jahren in Deutschland lebt. Die beiden Kinder Fardeen (10) und Adinah (9) besuchen die in Rufweite gelegene Wiesentalschule. Stefan Ruffing begrüßte die neuen Mieter in der vergangenen Woche offiziell mit einem Blumenstrauß, während Edgar Heiderich und Marina Michels von Wirtschaftsförderer Thomas Debrand ebenfalls einen zum Abschied bekamen. Im Rathaus ist man froh, dass das kleine Häuschen keinen "Leerlauf" hatte und damit nicht zum Leerstand wurde. Es sei nicht einfach, einen Mieter zu finden, weil die Räumlichkeiten laut Ruffing nicht erweiterbar sind. Noch bevor Angela Auckbaraullee dort zu arbeiten begann, schaute sie ihren Vorgängern über die Schulter und lernte so die Stammkunden kennen. Ihr Mann arbeitet zwar weiterhin als Gleisbauer, doch für ihn wird mit dem Kiosk ein Traum wahr. Seine Augen glänzen, als er von seinem Vater erzählt, der auf Mauritius ebenfalls Kiosk-Besitzer ist und damit der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens im Ort. "Wir möchten Akzente setzen", sagt das Paar. Mit Salaten, wie es sie auf der Vulkaninsel gibt, wird der Geschmack von Mauritius Einzug in die Stadt halten.

Ab Anfang November können sich die Kunden über längere Öffnungszeiten freuen, denn dann kann im Kiosk montags, dienstags, donnerstags und freitags von 7.30 bis 18 Uhr und an den Markttagen Mittwoch und Samstag von 6.30 bis 15 Uhr eingekauft werden.