Verkehrsgutachten: Mehr als ein ganzes Jahr vertändelt?

Verkehrsgutachten : Mehr als ein ganzes Jahr vertändelt?

Dass die Haltestelle „An de Pump“ verlegt werden soll, wurde vom Ortsrat Oberwürzbach bereits beschlossen. Wohin, sollte ein Verkehrsgutachten klären, welches die Stadtverwaltung allerdings nicht in Auftrag gegeben hat.

Vor genau einem Jahr hatte der Ortsrat die Stadtverwaltung damit beauftragt, die Situation im Kreuzungsbereich Hauptstraße, Ommersheimer Straße, Friedhofstraße verkehrsgutachterlich prüfen zu lassen, um zu entscheiden, wohin die Haltestelle „An de Pump“ in Fahrtrichtung St. Ingbert zu verlegen ist. Denn dass sie wegen ihrer unübersichtlichen Lage, vor allem für die Schüler, von ihrem jetzigen Standpunkt auf Höhe Hauptstraße 52 „umziehen“ soll, steht aus Sicht des Ortsrates und auch des zuständigen Ministeriums (wir berichteten) fest. Die Frage ist eben nur, wohin.

Von der zuständigen Behörde war der Standort vor den Anwesen Hauptstraße 60 und 62 vorgeschlagen worden, gegenüber der Haltestelle für die Gegenrichtung. Um hier keine Fehlentscheidung zu riskieren, immerhin wurde die Haltestelle eben von jener jetzt ins Auge gefassten Stelle an die heutige verlegt, wollte man in Oberwürzbach Verkehrsplaner befragen. So lange hier keine Aussage vorliege, sollte der Beschluss zur Verlegung der Bushaltestelle ausgesetzt werden.

Nun fragte die CDU-Fraktion im Rathaus nach dem Stand der Dinge. Von dort teilte man die zwei Standortvarianten mit und der zuständige Mitarbeiter sagte, dass sich die Angebote zur Anfertigung eines Gutachtens auf die Klärung der Frage beschränke, ob die Haltestelle nun verlegt werde oder nicht. „Der Gutachter wird nach seiner Untersuchung eine Empfehlung für einen der beiden Standorte geben“, hieß es in der Mitteilung aus dem Rathaus. Natürlich werde er „im Rahmen seiner Tätigkeit die zur Aufgabenstellung gehörenden verkehrlichen Beziehungen in diesem Bereich untersuchen, aber immer unter der oben genannten Fragestellung“. Doch das war nicht das Ansinnen des Ortsrates, der sich ja schon einstimmig für die Verlegung ausgesprochen hatte.

Aus Sicht der Verwaltung ginge die Formulierung mit Bitte um die Erstellung eines Verkehrsgutachtens im genannten Kreuzungsbereich „erheblich über das hinaus, was bisher gefordert wurde“. Da in diesem Bereich eine Landstraße betroffen sei, müsse auch der zuständige Baulastträger, der Landesbetrieb für Straßenbau, involviert werden. Um diesem die notwendigen Informationen zukommen zu lassen, müssten noch Fragen beantwortet werden.

Fragen, die aus Sicht des Ortsrates längst geklärt sind. „Es ist unglaublich, dass denen das erst nach eineinhalb Jahren auffällt. Wir haben bereits vor einem Jahr Für und Wider abgewogen“, so Dunja Sauer (SPD) erbost, „nun muss der Mitarbeiter gucken, wie er das hinkriegt. Er hätte das alles schon wissen können, denn er war zu den Sitzungen und Ortsterminen immer eingeladen. Er war aber nie da. Ich sehe keine Notwendigkeit, den Beschluss zurückzunehmen.“

Ähnlich sah das auch Ortsvorsteherin Lydia Schaar (CDU): „Es war klar, dass die Gesamtsituation unter Verkehrssicherheitsaspekten beleuchtet werden muss. Jetzt haben wir ein ganzes Jahr gewartet, bis der Haushalt verabschiedet wird und dann wird einfach was geändert.“ Man wolle kein Gutachten, das sich nur auf die Bushaltestelle bezieht, sondern eine Betrachtung des kompletten verkehrlichen Umfeldes, um eine zeitnahe Lösung für die Verlagerung der Haltestelle zu finden. „Alles andere ist nicht unsere Baustelle“, sagte Sauer.

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