Ausstellung in St. Ingbert Max G. Grand-Montagne zeigt neue Werke im Kunstsalon

St Ingbert · Max G. Grand-Montagne hält gern an lieb gewordenen Traditionen fest. So wie an der jährlichen Präsentation seiner neuen Arbeiten in St. Ingbert. Und dank Astrid Woll-Herrmann, der neuen Inhaberin des früheren Kunstraums Doris T., kann er dies am gewohnten Ort in der ersten Etage über der Caféstube tun.

 Max G. Grand-Montagne, hier mit einem der Werke seiner neuen Ausstellung

Max G. Grand-Montagne, hier mit einem der Werke seiner neuen Ausstellung

Foto: Brigitte Quack

Denn die St. Ingberter Künstlerin, die seit letzten März die lichtdurchfluteten Galerieräume Kunstsalon mit Atelier führt, heißt gern Gäste in ihren Räumen willkommen.

Und Max G. Grand-Montagne ist einer dieser Gäste. Ab diesem Samstag zeigt er im Kunstsalon ganz unterschiedliche Werke, viele neue, aber auch einige ältere, die in mühevoller Kleinarbeit weitergeführt und überarbeitet wurden. Astrid Woll-Herrmann kennt und schätzt den St. Ingberter Künstler seit vielen Jahren und gehört wie er der Künstlervereinigung ADAL (amicale d’artistes lorrains) an.

Dass er zudem der Erste war, der diese Räume als Ort der Kunst vor vielen Jahren einführte, ist dabei wohl eher zweitrangig. Denn in erster Linie zählt seine konkret minimalistische Kunst, die über das Saarland hinaus große Bekanntheit erlangt hat. Max G. wird durch eine Dresdner Galerie vertreten und zeigt seine unikaten Werke auf Papier und Leinwand regelmäßig auf internationalen Ausstellungen. In Form und Farbe stark reduziert, bringen sie stets eine große Leichtigkeit und eine bisweilen tänzerische Bewegtheit mit sich. Vielfach schwingen Linien über weiße und in letzter Zeit verstärkt wieder über farbige Grundflächen. Abstrahiert und voller Leichtigkeit kommen sie einher und sind doch präzise geplant und mit Meisterschaft auf den weißen Bildgrund gebracht. Er druckt seine Unikate mithilfe von Druckstöcken aus Holz in mehreren Arbeitsgängen auf Papier oder Leinwand. Wenn er auch sehr perfektionistisch ans Werk geht, freut er sich doch immer wieder, wenn auch der Zufall seine Spuren hinterlässt. Denn nicht immer ist alles bis ins kleinste Detail kalkulierbar. Erst recht nicht, wenn er den bedruckten Bildgrund anschließend minimal mit flotten Linien überzieht oder das Papier ritzt – alles allerdings im sehr reduzierten Rahmen, wie sich wohl versteht.

Bisweilen weisen seine Arbeiten auf Figürliches hin. Dann fordern in tiefem Schwarz grob angedeutete menschliche Formen das Auge zum Weiterdenken und optischen Ergänzen auf. Dabei lassen sie sich vervollständigen zu szenischen Momentaufnahmen, die zum Schmunzeln anregen. Die Grenzen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit werden stets spielerisch ausgelotet, sodass sich mitunter auch vermeintlich abstrakte Werke weiterdenken lassen.

Der Künstler freut sich sehr auf die Eröffnung dieser Ausstellung, die mit zwei weiteren lieb gewordenen Traditionen einher kommt: Mit einem französischen Titel, in diesem Falle „angélique 3“ (engelhaft 3), und mit der Tatsache, dass die Eröffnung von seinen beiden Enkelinnen Johanna (14) und Helena (12) Grand-Montagne musikalisch umrahmt wird. Es erfüllt den Großvater mit Stolz, dass die beiden trotz ihrer jungen Jahre schon sehr erfolgreich auf Harfe und Cello musizieren und Johanna gar als jüngstes Mitglied des Landesjugendorchesters als Harfenistin auftritt.

Max G. Grand-Montagne -„angélique 3“. Bis zu Sonntag, 24. September. Kunstsalon AWH, Dienstag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag 9 bis 13 Uhr. Künstlerpräsenz Samstag 11 bis 13 Uhr. Eröffnung an diesem Samstag, 9. September, um 11 Uhr.