Marodes Gemäuer soll rasch weg

Ein Thema bei der Sitzung des Ortsrates St. Ingbert-Mitte am Dienstag war die ehemalige Tischtennishalle am Ende der Gustav-Clauss-Anlage. Bei einem Vor-Ort-Termin überzeugten sich dessen Mitglieder und Anwohner davon, dass es zum Abriss keine Alternative gibt.

 Kaputte Fenster und Schmierereien prägen die Fassade.
Kaputte Fenster und Schmierereien prägen die Fassade.

. Derzeit ist die Gustav-Clauss-Anlage mit den blühenden Pflanzen eine Augenweide. Der Blick des Spaziergängers, der den Stadtpark bis zum Ende begeht, richtet sich dort aber automatisch auf die ehemalige Handball- und Tischtennishalle, die derzeit ein tristes Dasein führt. Eingeschlagene Scheiben, aufgekritzelte Nachrichten, farbige Graffitis, kaputte Türen. "Es ist wahrlich kein Ruhmesblatt", so Ulli Meyer, der Ortsvorsteher von St. Ingbert Mitte, am vergangenen Dienstag. Noch vor der eigentlichen Ortsratssitzung trafen sich die Mitglieder des Ortsrates und interessierte Anwohner der Gartenstraße, um sich über den Sachstand "Tischtennishalle" auszutauschen.

"Der Stadtrat hat entsprechend des Wunsches des Ortsrates die für den Abriss der maroden Halle erforderlichen Haushaltsmittel bereitgestellt. Er setzt damit ein wichtiges Signal zur Aufwertung der Innenstadt und gegen das Verfallen der Gustav-Clauss-Anlage", lautete dazu die Nachricht aus der Verwaltung. Auch aus Sicht von Alex Beck, bei der Stadt für Gebäude und Liegenschaften zuständig, kommt nur der Abriss der einst größten Sporthalle des Saarlandes und ehemaligen Aushängeschildes des Saarsports infrage.

Die klassische Rahmenkonstruktion mit Pfahlgründung und ohne durchkonstruierte Bodenplatte, mit unterfüttertem Spezialschotter liege im Bereich eines hohen Grundwasserspiegels. Er spricht von einer "ungünstigen Gründungssituation", die sich im Inneren der Halle durch einen modrigen Geruch bemerkbar macht.

In den 1950er Jahren war die Halle der zentrale Punkt eines "grünen Bandes des Sports", blickte Meyer in die Geburtsstunde der Halle zurück. Beginnend mit dem alten Hallenbad, dem Stadtpark, der STTB-Halle, dem Feldhandballbereich und dem Fußballstadion gab es ein gutes Konzept. Doch nach Umwidmung der Sporthalle und wiederholtem Verkauf liegt der "Schwarze Peter" nun seit zwei Jahren bei der Stadt St. Ingbert , die nur noch den Rückbau abwickeln darf.

Schade eigentlich, liegt die Halle doch in einer attraktiven Gegend. Doch die Halle lässt sich nicht mehr vermarkten, wie Beck sagt, so dass am Abriss kein Weg vorbei führt. Auf die Frage, was mit der frei werdenden Fläche perspektivisch passiert, hatte der städtische Mitarbeiter noch keine konkrete Antwort. Der erste Schritt wird eine Begrünung sein, was auch im Sinne des Ortsrates ist, der sich nichts mehr wünscht, als dass die "Dreckecke beseitigt wird".

Deshalb plädiert der Ortsrat mit Schreiben an die Stadtverwaltung dafür, die Halle baldmöglichst abzureißen.