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Marc Pircher sang bei Benefizkonzert in St. Ingbert

Marc Pircher in St.Ingbert : Tolle Stimmung mit etwas Wehmut

Seit 45 Jahren organisieren Knut Schubert und sein Team Benefizkonzerte zugunsten der Lebenshilfe. Bisher kamen 80 000 Euro zusammen. Am Samstag war der Volksmusiker Marc Pircher zum siebten Mal als Stargast dabei, und Schubert gab seinen Abschied.

Wenn Marc Pircher nicht von Knut Schubert und seinem Team 2001 nach St. Ingbert eingeladen worden wäre, dann hätte er es wohl nie kennengelernt. Obwohl die Stadt dem Namen nach durchaus in dessen Heimat Tirol passen würde. Vor 20 Jahren sang sich der Zillertaler in die Herzen der Saarländer und stand nun zum siebten Mal auf der Stadthallen-Bühne. Immer als Stargast eines Benefizkonzerts zugunsten der Lebenshilfe. Und es ist sympathisch, dass er zwischen den Liedern die Namen jener ins Publikum ruft, die diese Veranstaltung stemmen. So auch am Samstag. „Knuuuuuut, dieses Lied ist für dich“, verwies der Österreicher auf den Organisator des Events. Und bevor das Konzert mit Luciano Licata als Ein-Mann-Vorgruppe begann, musste auch Knut Schubert ran. Nicht zum Singen, aber für eine kurze Eröffnungs- und gleichzeitig auch Abschiedsrede. Denn nach 45 Jahren im Dienste der guten Sache sagte er leise „Servus“, obwohl er viel Wehmut verspüre. „Einmal ist alles vorbei“, so der Ehrenamtler, der seine „Musikkarriere“ 1976 mit seinem Sportverein begann. FC Treffpunkt/Schmitteinander nannte sich die Hobbyfußballmannschaft, die ihre Turniere mit einem kulturellen Höhepunkt abschlossen – einer Tanzveranstaltung.

So kam auch Pircher ins Spiel, als Stargast zum 25-Jährigen des FC. Den FC gibt es so nicht mehr, aber der Sänger blieb den St. Ingbertern bis heute treu. Bevor der Zillertaler mit Manne Wagner an der Gitarre loslegte, stimmte der St. Ingberter Luciano Licata mit italienischen Schlagern und dem deutschen Klassiker eines Südafrikaners auf den Abend ein. Nach den von ihm gelegten Spuren im Sand übernahm sein „Kollege Pircher“ das Mikro. Der Sänger, der „Nie ein Casanova“ war, aber ein „Musikant“ und „Ein einfacher Mann“, „Die Herzen zum Himmel“ schickt, den Herrgott, der in den Bergen dahoam ist, und die „Freunde fürs Leben“ besingt und die „Alte Mühle im Zillertal“. Der sich musikalisch wundert, wie die Zeit vergeht, die Liebe hochleben lässt, der Kirche im Zillertal ein Liedl widmet, seinem Sternzeichen Stier, die sieben Sünden in Noten verpackt, obendrein noch den „Bajazzo“ und „Sierra Madre“ im Gepäck hatte – dieser Typ sorgte für mächtig Stimmung im Saal.

„Knuuuut, darf man hier tanzen?“, fragte Pircher zu einer Zeit, wo es manche nicht mehr auf den Stühlen hielt. Und es wurde getanzt, mitgesungen, mitgeklatscht, und es wurden Pircher-Fan-Schals geschwenkt. Ebenso wurde kräftig mitgeschunkelt, wenn auch „mit einem Mindestabstand von zehn Zentimetern“, so der Wahlschweizer mit einem Augenzwinkern. Es war so schön, dass Pircher die Gäste und Fans fragte, ob Schubert weitermachen soll, ganz nach dem Motto „Einer geht noch“. Aber „Knuuuut“ ist raus. Übernimmt nun Vorsänger Licata? Dieser stellte eine Art Festival in Aussicht, sodass Pircher sein Navi wohl doch wieder mit „St. Ingbert“ füttern kann. Und darauf kann sich auch Michael Immig, Geschäftsführer der Lebenshilfe Saarpfalz, freuen, der weiß, welche therapeutische Wirkung Musik haben kann. Sie „erzeugt Freude am Leben und ist damit Lebenshilfe“.