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Mal mehr, mal weniger nah am Original

Mal mehr, mal weniger nah am Original

Im ehemaligen Kaufhaus Sinn in St. Ingbert hängen derzeit genau 63 Arbeiten von Künstlern, die sich mit Albert Weisgerber und dessen künstlerischen Schaffens auseinander gesetzt haben. Eine enorme Vielfalt ist das Markenzeichen der Ausstellung.

Vielfalt regiert die aktuelle Ausstellung im Weisgerber-Veranstaltungshaus. Doch das ist kein Wunder, denn schließlich zeigen hier 23 St. Ingberter Kunstschaffende ihre bildnerische Auseinandersetzung mit Werk und Person von Albert Weisgerber . Sie waren einem Aufruf der Stadt zur kreativen Auseinandersetzung mit dem im Ersten Weltkrieg gefallenen Maler gefolgt und hatten ihre Werke eingereicht, um sie einer Jury vorzulegen.

"Maximal drei Arbeiten durften abgegeben werden", erläutert Andrea Fischer , die als Kuratorin der Albert-Weisgerber-Stiftung für die Ausrichtung dieser Ausstellung zuständig war. "Da alle eingereichten 63 Arbeiten geeignet waren und zudem Platz fanden, mussten wir keine ausjurieren", freut sie sich und redet von den unterschiedlichen Sparten, denen die Werke zuzuordnen sind.

Sicher geht hier vieles ineinander über und lässt sich nicht immer klar trennen, doch eine Systematik kann bei einem kleinen Überblick hilfreich sein. So orientierten sich einige an Weisgerbers Plein-air-Malerei und zeigen Landschaft- oder Stadtszenen, während andere ihre künstlerische Auseinandersetzung an seinen Selbstporträts oder anderen Bildnissen entzündeten. Doch auch Stillleben und religiöse Motive sind in dieser vielgestaltigen Ausstellung anzutreffen. Dabei ist vieles in expressionistischer Manier farbstark ins Bild gebracht und bewegt sich mal mehr, mal weniger nah am Original. Manches wird auch so weit in die Abstraktion gebracht, dass sich der Ideengeber, wenn überhaupt, nur noch über die Bildaufteilung, über Strukturen oder Farben zu erkennen gibt.

Einige der Arbeiten sind im Rahmen der Sommerakademie in Sabine Frankes Kurs "Wege zum Werk von Albert Weisgerber " entstanden. Dennoch zeigen sie ebenso individuelle bildnerische Auseinandersetzungen mit dem großen Malersohn unserer Stadt wie die vielen andern, die sich in Eigenregie mit seinem Schaffen beschäftigt haben. Dass auch Mitglieder der St. Ingberter Künstlergruppen Pittoresco, Steinberg und ConFrontal mit von der Partie sind, ist eine ebenso schöne Bereicherung wie die Teilnahme von Peter Schmieden, Monika Maier-Speicher, Jutta Mohr und Albert Haberer. Wobei dem kritischen Geiste Haberers eine Darstellung des klagenden Jeremias am früheren Sitz des Albert-Weisgerber-Museums zu verdanken ist, die dem verzweifelten Warten auf die Eröffnung des neuen Standortes Baumwollspinnerei imposant Ausdruck verleiht.

St. Ingberter Künstler - Bilder zu Albert Weisgerber : Bis zum 12. Dezember im Weisgerber-Veranstaltungshaus, Kaiserstraße 21, Dienstag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr, Samstag, 10 bis 14 Uhr.