Geistkircher Kapelle: Madonnenstatue ist in ihrer Grotte an der Geistkirch zurück

Geistkircher Kapelle : Madonnenstatue ist in ihrer Grotte an der Geistkirch zurück

Die Kolpingfamilie Rohrbach hatte zur Marienandacht an die Geistkircher Kapelle eingeladen. Dass man die Madonna, die dort seit Jahrzehnten in ihrer Grotte Wind und Wetter ausgesetzt ist, bereits am vergangenen Donnerstag wieder in voller Schönheit betrachten konnte, war nicht selbstverständlich. Denn die Statue der Mutter Gottes war im September auf unbestimmte Zeit in den „Wellness-Urlaub“ geschickt worden. Bei der Begutachtung hatte sich damals herausgestellt, dass der komplette Korpus mit unzähligen Farbrissen übersät und an einigen Stellen beschädigt war. Außerdem blätterte die Farbe an der Rückseite stark ab.

Günter Marschall, technischer Lehrer für Farbtechnik und Raumgestaltung am Berufsbildungszentrum Saarbrücken, sagte damals zu, mit seinen Schülern die Renovierung angehen zu wollen. Ein Glücksfall für die Pfarrgemeinde St. Johannes Rohrbach, in deren Zuständigkeit das Kapellchen fällt. Als die Madonna einen Tag vor der Andacht in frischen Farben wieder an ihrem Platz steht, sieht man ihr die Strapazen der „Schönheitsoperation“ nicht mehr an. An ihr wurde weit mehr gemacht als nur ein bisschen Farbe aufgetragen. Die Figur besteht aus Gips und ist innen hohl.

An ihrem angestammten Platz neben der Geistkircher Kapelle hatte man sie wegen der Standsicherheit und gegen Diebstahl mit ihrem Sockel festgemauert. Eine Prozedur, die sich beim Entfernen der Maria rächte. Bei ihrer Demontage brach der Sockel zusammen und bei ihrem Abtransport sah die „königliche Frau“, wie sie in den Gebeten angerufen wird, gar nicht mehr majestätisch aus. Ihr unterer Bereich war in viele kleine Stückchen zerfallen, was die Rekonstruktion so viel beschwerlicher machte. Eine wahre Puzzlearbeit, die in mehreren Teilschritten geleistet wurde. Einzeln mussten die „Scherben“ mit einem Spezialkleber zusammengefügt werden, bevor der nächste Schritt gemacht werden konnte. Vor den dekorativen Tätigkeiten standen zuallererst die konstruktiven.

„Das hat die Renovierung auch so aufwendig gemacht“, sagte Marschall nach der Mühe. Seine Schüler haben aber im Umgang mit der Figur viel gelernt, wurde die Maria doch auch zum Unterrichtsgegenstand gemacht. Zumindest aus handwerklicher Sicht. Eine Madonna als Arbeitsgegenstand zu haben, sei schon Neuland und von der „Normalität abgewichen“, wie der Lehrer sagt. An ihr wurde zusammengefügt, geklebt, gespachtelt, strukturiert und gemalt. Nun erstrahlt die Madonna wieder. Ein Andachtbesucher kritisierte allerdings hinter vorgehaltener Hand, dass es wegen der grün-braunen Farbe der „Erde“, auf der die Maria barfuß steht, aussehe, als würde sie über Schlamm gehen. Der „Restaurator“ versichert allerdings, er habe sich an der ursprünglichen Farbgebung orientiert und diesen Farbton extra angemischt. Und damit die Madonnenstatue noch lange so gut aussieht, werde in Kürze auch die undichte Grotte repariert, wie Donat Mader sagte, der sich mit drei Rohrbacherinnen um das Geistkircher Kapellchen kümmert.