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Mobisaar: Lotsenservice „mobisaar“ stellt sich vor

Mobisaar : Lotsenservice „mobisaar“ stellt sich vor

Der „mobisaar“-Lotsenservice ist eine feine Sache für Menschen, die bei ihren täglichen Erledigungen auf Hilfe angewiesen sind. Oft genügt Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, schon ein starker Arm oder eine Hand beim Einstieg in den Bus oder Bahn. Haupt- und ehrenamtliche Lotsen gibt es neben dem Regionalverband Saarbrücken und dem Landkreis Neunkirchen auch im Saarpfalz-Kreis.

In St. Ingbert wird „mobisaar“ unterstützt durch die GBQ, die kommunale Gesellschaft für Beschäftigung und Qualifizierung. Nun wollen auch die Rohrbacher von diesem kostenlosen Service profitieren. „Wir haben uns für die Jugend stark gemacht, aber auch die ältere Generation hat ihre Probleme. Mobilität wird nachgefragt“, sagt Ortsvorsteher Roland Weber. Deshalb stellten Katharina Meßner-Schalk von Saarbahn und Marco Oster von der GBQ die Initiative in der jüngsten Ortsratsitzung vor.

Ziel sei es, mobisaar bis 2019 im gesamten Saarland zu etablieren. Bereits heute würde man 60 Prozent der Saarländer erreichen. Herzstück sei der Lotsenservice für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, wo sich die Hilfestellungen nicht nur auf das Ein- und Aussteigen beschränkten, sondern auch den Fahrkartenkauf einschließen könne. Am häufigsten werde der Tür-zu-Tür-Service genutzt, also das Begleiten von Personen von zu hause zum Arzt, Bus oder Bahn und zurück. Melden Kunden sich am Vortag bis 18 Uhr, könne man einen Einsatz am Folgetag garantieren, so Meßner-Schalk.

Oster ist für die interne Abwicklung des Lotsenservices bei der GBQ in St. Ingbert zuständig, wo fünf Mitarbeiter beschäftigt seien. Fahrten erfolgten im Zwei-Schicht-System. Irgendwann sollen auch die Abende und Wochenenden abgedeckt werden. Man sei optimistisch, auch wenn die bisherige Förderung im Sommer dieses Jahres auslaufe. „Wir sind guter Dinge, dass es weitergeht“, so der Sozialarbeiter. Auch, weil der Service immer mehr nachgefragt werde. Anhand eines Fahrbeispiels zeigte er, wo der Lotsenservice unterstützen kann. Projektkoordinatorin Meßner-Schalk berichtete über die Anforderungen an die Mobilitätshelfer, die ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, an einer Schulung teilnehmen und einen Erste Hilfe-Kurs machen müssen.

Seit Februar werde der Service auf einem Facebook-Auftritt vorgestellt. 600 Mal seien die Lotsen monatlich in den Projektgebieten im Einsatz, weshalb man noch Ehrenamtler suche. „Eine tolle Sache“, lobte Herdis Behmann (SPD) den Service „mobisaar“. „Wir haben in Rohrbach viele Menschen, die weit weg von den Bushaltestellen wohnen, sich aber auch ganz schlecht bewegen können“, so Roland Weber. Er fragte, ob auch diese stark eingeschränkten Menschen auf den Lotsenservice zurückgreifen könnten. „Wir können nicht allen helfen“, antwortete Meßner-Schalk, „für Menschen, denen das Laufen nicht möglich ist, gibt es andere Möglichkeiten.“