Lösungen für „unharmonische“ Allee

St Ingbert · Ein Verkehrsplaner hat Ortsrat und Anwohnern erläutert, wie die Situation für Schüler, Busse und Radfahrer vorm Leibniz-Gymnasium verbessert werden kann. Eine Wartefläche für Busse soll als Hochbord ausgebaut werden.

 Ortsvorsteher Ulli Meyer, Verkehrsplaner Axel Thös, Thomas Diederichs von der Stadt, Ortsratsmitglied Irene Kaiser und Schulleiter Erik Brill (von links) besprachen mit dem Ortsrat, den Anwohnern der Albert-Weisgerber-Allee und Schulleiter Erik Brill, wie eine verkehrstechnische Lösung im Bereich des Leibniz-Gymnasiums aussehen könnte. Foto: Cornelia Jung

Ortsvorsteher Ulli Meyer, Verkehrsplaner Axel Thös, Thomas Diederichs von der Stadt, Ortsratsmitglied Irene Kaiser und Schulleiter Erik Brill (von links) besprachen mit dem Ortsrat, den Anwohnern der Albert-Weisgerber-Allee und Schulleiter Erik Brill, wie eine verkehrstechnische Lösung im Bereich des Leibniz-Gymnasiums aussehen könnte. Foto: Cornelia Jung

Foto: Cornelia Jung

In der jüngsten Sitzung des Ortsrates St. Ingbert-Mitte ging es um die Verkehrsanbindung des Leibniz-Gymnasiums, dessen zwei Standorte seit einigen Monaten am Standort in der Koelle-Karmann-Straße zusammengeführt wurden. Außerdem wurde die Verkehrssituation im Bereich der Schule für Bus-, Rad- und den Fußgängerverkehr diskutiert. Da beide Themen eng zusammenhängen, wurden sie auch gemeinsam behandelt.

Nachdem in der Vergangenheit bereits verschiedene Varianten erläutert wurden, wie Busse, Schüler, Anliegerverkehr und Radfahrer "harmonieren" können, kristallisierte sich bei einem Vor-Ort-Termin in der vergangenen Woche eine heraus, die wohl die meiste Akzeptanz bei allen Beteiligten finden könnte. Wie Verkehrsplaner Axel Thös erklärte, sei die Frage von Anfang an gewesen, wie man die Busse so in den Straßenraum bekommt, dass sie kein Hindernis darstellten. Keine leichte Aufgabe. Aber man habe mit deren Lösung auch die Möglichkeit, die Bedingungen für die "Ingos" zu verbessern, beispielsweise mit zusätzlichen Haltestellen.

So, wie es derzeit aussieht, könnte die als Hochbord ausgebaute Wartefläche für die Busse, die Richtung Seyenanlage unterwegs sind, in Verlängerung des neuen Zugangsweges zum Gymnasium vor dem Kriegerdenkmal eingerichtet werden. Dort würde es zu einer Rückverlegung der Bordanlage kommen. Dafür spreche auch, dass sie zu 90 Prozent förderfähig ist. "So einfach ist das, man muss eben auch immer sehen, was finanziell dahinter steckt", so Thös, "auch deshalb müssten wir jetzt bald mit den Planungen beginnen." Könne man sich nicht auf das Hochbord einigen, müsse eine Busbucht gebaut werden, die allerdings Parkplätze kosten würde. Bis zur Einmündung Römerstraße solle die Busspur dann weitergeführt werden, so dass der Bus, wenn er nahe der dann fest installierten Verkehrsinsel Fahrgäste ein- oder aussteigen lässt, ein Verkehrshindernis darstellt.

Dies würde bewusst so gemacht werden, um andere Fahrzeugführer zur Sicherheit der Schüler am Vorbeifahren zu hindern. Damit die auf ihren Bus wartenden Schüler nicht mit dem Radverkehr in Berührung kommen, fiele der Radweg weg und die Fahrradfahrer müssten auf die Straße. Dies war anfänglich der einzige Punkt, der zu Diskussionen führte, doch wie der Verkehrsplaner sagte, würde diese Maßnahme auch vom ADFC begrüßt werden. "Der Radweg kommt dann dorthin, wo er auch hingehört - auf die Straße", so Thös.

In diesem Falle müssten die Tempo 30-Zonen, die es bisher nur an den Straßeneinmündungen gebe, durchgängig ausgewiesen werden. "Das kriegen wir geregelt. Der Fahrradfahrer soll auch auf der Straße fahren, weil er so im Sichtfeld der Autofahrer ist." Ein weiterer Sicherheitsaspekt also, nun allerdings für die Radfahrer. Für die unsicheren oder älteren unter ihnen wolle man eine "fakultative Freigabe" des Gehwegs zum Befahren erwirken. Dann dürfe der Radfahrer den Fußweg benutzen, müsse sich aber ohne Sonderrechte zu bekommen den Fußgängern unterordnen.

Aus der Bürgerversammlung habe man auch die Anregung mitgenommen, die enge Straßenführung an der Kita zu ändern. Dort gebe es die Idee, den gegenüberliegenden Gehweg schmaler zu machen, die Straße zu verbreitern und bis zu drei Kurzparkplätze einzurichten, was die Situation entschärfen würde. Zumal dann, wenn die Bushaltestelle Richtung Annastraße vor der Kita angelegt wird. Einige Bäume werden dann weichen müssen. "Wichtig ist, dass wir die Kinder nicht in eine unsichere Verkehrssituation entlassen, sie sicher in die Schule kommen und dass die Anwohner mit der Situation zufrieden sind", meinte Ortsvorsteher Ulli Meyer. Das scheinen sie zu sein, denn einer bedankte sich bei Axel Thös für das sachliche Gespräch, das ihm Freude gemacht habe.