Lieferverkehr in der St. Ingberter Fußgängerzone im Visier

Fußgängerzone in St. Ingbert : Im Visier: Anlieferverkehr in Fußgängerzone

Die Fußgängerzone in St. Ingbert ist der Mittelpunkt des städtischen Lebens. Cafés, Restaurants, viele Händler und vor allem: Kein Autoverkehr. Im Grunde alles gut, zumal die Geschäfte, und Gastronomiebetriebe bis 11 Uhr vormittags beliefert werden können.

Soweit die Theorie. In der Praxis stellt sich die Situation aber öfter anders dar: Transporter, Lieferwagen und private Pkw schlängeln sich gerne auch an den Nachmittagen durch die Fußgängerzone. Nachdem Grünen-Fraktionschef im Stadtrat, Jürgen Berthold, und einige Leser kritisiert haben, dass Paketzusteller in der St. Ingberter Fußgängerzone störten, nimmt nun auch der Verein für Handel und Gewerbe in St. Ingbert den Anlieferverkehr in der Fußgängerzone ins Visier.

Grundsätzlich prallen viele Interessen aufeinander. Die der Händler, die das Zeitfenster von einer bis anderthalb Stunden nach Öffnung für Anlieferungen für nicht nicht sehr groß erachten. Und die der Besucher, die ihre Kinder oder Enkelkinder einer erhöhten Gefahr ausgesetzt sehen. Aber: „Es gibt für unsere Fußgängerzone einfach Regeln“, sagt Nico Ganster, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe, „da sprechen wir über Verweildauer der Besucher, Qualität des Aufenthalts und Flair“. Ob diese nun „streng oder légère“ seien, man habe sich eben daran zu halten. Das Problem sei, dass sich keiner um deren Einhaltung kümmere. „Beim Stadtfest wird rigoros kontrolliert, nur die restlichen 51 Wochen im Jahr scheint es keinen zu interessieren“, sagt Ganster. Dies betreffe nicht nur Paketdienste sondern auch Privatpersonen, die in die Fußgängerzone fahren würden, um Salat zu kaufen.

Dies bemängelte schon Berthold, der der Stadt unterstellte, großzügig Sondergenehmigungen zu erteilen, ohne auf die Lieferfrist bis 11 Uhr hinzuweisen. Auch er hatte die Stadtverwaltung bereits aufgefordert, die Kontrollen zu verschärfen.

Stadtpressesprecher Peter Gaschott teilt mit, dass es „nur ganz wenige Ausnahmegenehmigungen“ gebe und die Stadt den Lieferverkehr in der Fußgängerzone momentan verstärkt überwache. Grund hierfür sei demnach die gestiegene Zahl an Beschwerden als auch „die eigenen Beobachtungen“.

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