Licht und Klang schaffen Erlebnis

An Pfingstsonntag haben rund 50 Gotteshäuser im Saarland zur „Nacht der Kirchen“ eingeladen. In St. Ingbert beteiligten sich die Martin-Luther-Kirche und die Christuskirche. Ein spirituelles Erlebnis.

Pfarrer Roland Wagner brachte das „Pfingstfeuer“ aus Saarbrücken nach St. Ingbert in die Martin-Luther-Kirche. Foto: Cornelia Jung. Foto: Cornelia Jung

. Martin-Luther-Kirche und Christuskirche in St. Ingbert, die bereits im vergangenen Jahr ihre Türen geöffnet und so die Erfahrung einer anderen Art der Musikpräsentation geboten hatten, waren auch diesmal an Pfingstsonntag wieder dabei, als rund 50 Gotteshäuser im Saarland zur "Nacht der Kirchen" gerufen haben.

Dabei stand das Genießen im Vordergrund. Nicht erwünscht war der steife Zuhörer, der aufgehübscht verhalten Applaus spendet. Vielmehr ging es um Inspiration, Gefühle, die in Musik verewigt wurden, und spielerischen und experimentellen Umgang mit Tönen. In solch einer kreativen Atmosphäre ließen sich auch die entsprechenden Kirchenräume neu entdecken. An erster Stelle stand das Klangerlebnis, gepaart mit dem In-Szene-Setzen des Gotteshauses durch Lichteffekte.

Doch es gab ausreichend Gelegenheit für Gespräche bei einem Gläschen Wein oder Häppchen, wie auch der Stille und dem Gebet Platz eingeräumt wurden. Eröffnet wurde die musikalische Kirchennacht in der Ludwigskirche in Saarbrücken, von wo das "Pfingstfeuer" in alle teilnehmenden Gotteshäuser getragen wurde. So kam es auch in die Martin-Luther-Kirche. Pfarrer Roland Wagner brachte es.

Eingeläutet wurde die Nacht der Kirchen dort mit der Evangelischen Kantorei unter ihrer neuen Dirigentin Carina Brunk. Geistlichen Gesängen folgten "Gabriellas Song" aus dem Film "Wie im Himmel", der ursprünglich im Anschluss gezeigt werden sollte. Trotz der Präsentation eines anderen Films entschloss man sich, dieses Lied aufzuführen.

Während der Chor in die Christuskirche "weiterzog", gab es in der Martin-Luther-Kirche ein Intermezzo klassischer Stücke mit Norbert Feibel und Walter Wagner. Auf Großleinwand folgte der Streifen "Das Konzert", in dem es darum geht, Menschen im Innersten durch Musik zu berühren. Gezeigt werde ein "pfingstliches Motiv im weltlichen Gewand" in einem Film, "der ähnlich wie die Pfingstgeschichte ist", zog Roland Wagner den Vergleich. Die Herzen der Menschen mit Musik zu verbinden war ein Anspruch dieser Pfingstnacht, dem die Auswahl der Stücke in der Christuskirche einmal mehr gerecht wurde.

Dort bewegten sich die Künstler zwischen Klassik und Moderne, stürmischer Leidenschaft und Schwärmerei. Obwohl einige Musiker krankheitsbedingt abgesagt hatten, war das schnell organisierte Ersatzprogramm keine zweite Wahl. Trompeter sprangen für eine Pianistin ein, Pfarrer Fred Schneider-Mohr ließ seiner Stimme einmal mehr freien Lauf. Was man mit Violine, Schlagzeug, Gitarre und Kontrabass alles machen kann, davon konnten sich die vielen Zuhörer noch zu einer Zeit überzeugen, als andere schon längst schliefen. Das hat Gott wohl gefallen - Kirchen voller Musik, voller Geist und voller Menschen.