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Leibniz-Chor: Leibniz-Chor singt  Lieder der Russlanddeutschen

Leibniz-Chor : Leibniz-Chor singt  Lieder der Russlanddeutschen

Im Rahmen seines Ausstellungszyklus zeigt der Verkehrsverein Mandelbachtal im Juni eine Ausstellung zum Thema „Deutsche aus Russland“. In diesem Zusammenhang ist im Vorfeld nun zusammen mit dem Chor des Leibniz-Gymnasiums St. Ingbert ein Liederprojekt entstanden.

Der Vorsitzende des Verkehrsvereins Manfred Pfeiffer wollte bei der Ausstellungseröffnung auch eine musikalische Umrahmung anbieten. Leider fand er in unserer Region aber keine Musikgruppe, die das musikalische Erbe der Russlanddeutsche bewahrt hat.

Deshalb nahm Pfeiffer Kontakt zu Timo Uhrig auf, der gleich mehrere Chöre in der Region leitet. Und dieser war sofort Feuer und Flamme für das interessante Projekt, da die als kolonistische Lieder bezeichneten deutschsprachigen Lieder der Russlanddeutschen bei uns weitgehend unbekannt sind. Inzwischen hat Timo Uhrig gleich mehrere kolonistische Lieder für Chorgesang arrangiert und mit dem Chor des Leibniz-Gymnasiums einstudiert. Am Dienstag, 5. Juni, wird der Chor um 18 Uhr, bei der Eröffnung der Ausstellung „Deutsche aus Russland - Geschichte und Gegenwart“ im Foyer des Rathauses Mandelbachtal in Ormesheim die vier Lieder „Straße, o Straße“, „Stille Abende bei Moskau“, „ Das Tannenbäumchen“ und „Es waren zwei Königskinder“ zu Gehör bringen. Ausgelöst worden war die große Welle der Auswanderung von Deutschen nach Russland am 22. Juli 1763 durch ein Manifest der deutschstämmigen Zarin Katharina der Großen. Um die südlichen und östlichen Grenzen von Russlands neuerobertem Territorien an Wolga, Krim und in Südost-Russland vor Angriffen der Mongolen-Tataren zu schützen, lud die Zarin Zuwanderer nach Russland ein. Die Mehrheit der Einwanderer kam aus Deutschland, wo nach dem Siebenjährigen Krieg große Not und Armut herrschten.

Katharina II. versprach den deutschen Einwanderern Privilegien wie eine eigenständige deutschen Verwaltung, Glaubensfreiheit, Befreiung vom Wehrdienst, Steuerbefreiung und bis zu 30 Hektar Land für jede Familie. So entstanden in der Zeit von 1764 bis 1862 viele deutsche Siedlungen an der Wolga, im Raum St. Petersburg, in der Ukraine, in Wolhynien, auf der Krim, im Kaukasus und in Bessarabien. Die Einwanderer brachten ihr Liedgut mit, es entstanden in der neuen, russischen Heimat aber auch viele neue deutsche Lieder.

Die Ausstellung ist vom 6. bis 27. Juni im Rathaus in Mandelbachtal zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung am 5. Juni und zur Ausstellung ist frei.