1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Lebenshilfe-Neubau in Homburg soll im Herbst öffnen

Homburger Einrichtung für behinderte Kinder liegt im Zeitplan : Lebenshilfe-Neubau soll im Herbst öffnen

Die barrierefreie Wohnanlage in Homburg wird rund 3,6 Millionen Euro kosten. Probleme gibt es indes beim Kardinal-Wendel-Haus.

Zwischen dem Homburger Gymnasium Johanneum und dem Kardinal-Wendel-Haus der Lebenshilfe Saarpfalz hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Und es ist eben die Lebenshilfe, die dem Areal einen neuen Stempel aufdrückt. Für rund 3,6 Millionen Euro entsteht auf einer früheren Brachfläche gegenüber des Kardinal-Wendel-Hauses eine barrierefreie Wohnanlage für behinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Bei einem Außen-Termin gab Lebenshilfe-Geschäftsführer Michael Immig Einblicke in die laufenden Arbeiten an der Großbaustelle. Es entstünden drei Wohngruppen mit je neun Plätzen, je ein Platz pro Gruppe sei dabei für die Kurzzeit-Unterbringung ausgewiesen. Im Oktober dieses Jahres soll das Haus eröffnet werden, so Immig. Neben den Einzelzimmern mit barrierefreiem Bad und Funktionsvorraum gibt es noch für jede der drei Wohngruppen Räume für das Betreuungspersonal, einen zentralen Wohn-Essbereich und einen Mehrzweck-Raum. Zusätzlich steht für das ganze Haus ein Bewegungsraum mit Multifunktionscharakter, nutzbar auch für Therapien, sowie ein wenig Fläche für die Verwaltung zur Verfügung.

Das Credo des Hauses formuliert Immig so: „Wir leben hier Familie.“ Als Nutzer der neuen Einrichtung stünden schon acht Bewohner der Lebenshilfe-Wohnanlage in der Homburger Kettelerstraße fest. „Zudem haben wir acht Anfragen. Zusätzlich werden wir jetzt in der Fachwelt mit dem Projekt an die Öffentlichkeit gehen, auch die entsprechenden Schulen sollen über unser neues Angebot informiert werden.“ So hoffe er auf eine Zwei-Drittel-Belegung zur Eröffnung des Hauses, „das wäre schon sehr gut, 100 Prozent sind unrealistisch“.

Geht es, trotz corona-bedingter Belastungen, am Neubau der Lebenshilfe gut voran, so macht das gegenüberliegende Kardinal-Wendel-Haus Michael Immig ein bisschen Sorgen. Der Grund dafür: auch die Corona-Pandemie. Die habe, wie Immig deutlich machte, zu einem nahezu völligen Erliegen von Buchungen dort geführt. Zum Hintergrund: Das Kardinal-Wendel-Haus, früher im Eigentum und Nutzen des Bistums Speyer, ist nach wie vor und nach der Übernahme durch die Lebenshilfe ein Ort für Seminare und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, „wie früher vom Bistum Speyer auch“, verdeutlichte Immig. Der Nutzerkreis sei dabei heterogen. „Da haben wir nun allerdings in der Corona-Zeit richtig Probleme. Im Prinzip haben wir seit März keinerlei Buchungen mehr.“ Nun warte man auf einen Hoffnungsschimmer und sich ankündigende Belegungen des Kardinal-Wendel-Hauses. „Man kann eine gewisse Zeit überbrücken, aber irgendwann ist mal Ende.“ Zudem seien schon vor Corona die Buchungen zurückgegangen, nachdem viele Träger dazu übergegangen seien, ihre Angebote auf Tagesveranstaltungen ohne Übernachtung zu beschränken. So habe man begonnen, das Angebot auch anderen Nutzern zu öffnen, „natürlich immer im Rahmen der Gemeinnützigkeit. Und da hat uns die Corona-Krise schwer gepackt.“ Große Sorgen machen müsse man sich, versicherte Immig, aber gegenwärtig nicht. Die Lebenshilfe sei mit ihren Standorten in Homburg, St. Ingbert und Blieskastel gut aufgestellt, „wir betreuen rund 1200 Personen, haben rund 500 Mitarbeiter. Insofern steht da eine stabile Organisationsstruktur dahinter.“

Das Kardinal-Wendel-Haus selbst sollte übrigens, so die ursprünglichen Planungen 2012, nach dem Ankauf aus dem Eigentum des Bistums Speyer zu einem Teil eben als Kinder- und Jugendwohnstätte genutzt werden. Immig: „Da gab‘s dann immer irgendeinen Hickhack. Und im Endeffekt haben wir dann neu gebaut.“ Für eben dieses neue Angebot starte man nun auch die Phase, in der man sich auf die Suche nach zukünftigen Mitarbeitern mache. „Fachpersonal, das sich für eine Tätigkeit in einer Kinder- und Jugendwohnstätte interessiert, kann sich jetzt schon bewerben.“ Wer sich hier angesprochen fühlt, der findet alle nötigen Kontaktdaten unter der Internet-Adresse der Lebenshilfe: „www.lh-saarpfalz.de“.