Laub soweit das Auge reicht

Egal, woher das Laub kommt: Jeder Bürger muss vor seiner Haustür das Laub selbst wegkehren. Aber auch die Mitarbeiter der St. Ingberter Stadtreinigung kümmern sich derzeit verstärkt darum, Laub zu beseitigen. Die Kehrmaschinen der Stadt sind dieser Tage länger im Einsatz. Auf den städtischen Friedhöfen arbeiten diese Woche 22 Stadt-Mitarbeiter.

Die Sonne scheint, die Blätter an den Bäumern schimmern in wunderbaren Gelb- und Rottönen - was für ein perfekter Herbsttag. Toll auch, wenn die Blätter, die bereits auf den Boden gefallen sind, knistern, wenn man beim Herbstspaziergang drüberläuft. Weniger schön ist, wenn die Blätter auf dem Boden nass sind und Leute darauf ausrutschen. Deswegen ist es wichtig, sozusagen ist es die Kehrseite des wunderbaren Herbstes, dass Laub von den Straßen, Treppen und Gehwegen gekehrt wird - seien es die Bürger vor ihren Eigenheimen oder Mitarbeiter der Stadt auf öffentlichen Wegen.

"Alle Automobilverbände raten im Herbst, wegen des Laubes auf den Straßen vorsichtig zu fahren. Gleiches gilt auch für die Fußgänger. Auch sie müssen aufpassen, dass sie nicht ausrutschen", sagt Christoph Anstadt vom städtischen Betriebshof der Stadt St. Ingbert im Gespräch mit unserer Zeitung. Er fährt fort: "Unsere Juristin sagt immer so schön, dass es sich dabei um Gefahren des täglichen Lebens handelt."

Damit die Bürger nicht allzu sehr aufpassen müssen, sind fünf Mitarbeiter der städtischen Gärtnerei derzeit damit beschäftigt, im Rahmen der Grünpflege auch Laub wegzumachen. "Unsere beiden Kehrmaschinen sind zudem derzeit immer ein bisschen länger im Einsatz", so Anstadt weiter. Außerdem ist noch eine fünf Mann starke Truppe der Stadtreinigung damit beschäftigt, dort, wo die Stadt reinigungspflichtig ist, das Laub zu beseitigen. "Aber auch die Bürger sind in der Pflicht. Vor ihrer Haustür müssen sie, wie das ganze Jahr über, Laub beseitigen. So sieht es die Straßenreinigungssatzung vor", erklärt Anstadt. Dabei spiele es keine Rolle, woher das Laub kommt. Anstadt: "Es ist egal, ob es sich um Laub handelt, das vom Baum des Nachbarn, der Stadt oder dem eigenen Gehölz gefallen ist. Das Laub muss beseitigt werden." Der Stadt-Mitarbeiter berichtet, dass das Laub jedes Jahr ein Reizthema sei. "Es häufen sich in dieser Zeit immer wieder die Anrufe, es gehen Beschwerden ein, wenn beispielsweise ein Gully mit Laub überhäuft ist", so Anstadt. Manchmal rät er den Bürgern, das Laub einfach selbst zu entsorgen, "größere Mengen Laub werden sowieso von unseren Mitarbeitern im Rahmen der regulären Sinkkastenreinigung beseitigt". Oftmals wird Christoph Anstadt auch von Bürgern gefragt, wo denn das Laub hinsolle. Hier weiß der Stadt-Mitarbeiter Rat: "Zweimal wöchentlich kann das Laub zur Kompostieranlage gebracht werden, sechsmal wöchentlich können bis zu zwei Säcke im Wertstoffzentrum abgegeben werden. Auch kann das Laub natürlich in der heimischen grünen Tonne entsorgt werden."

Diese Woche gehört die Aufmerksamkeit der fast kompletten Mannschaft um Christoph Anstadt den sechs Friedhöfen der Stadt. "Vor Allerheiligen am 1. November sind ungefähr 22 Leute im Einsatz, um die Friedhöfe auf Vordermann zu bringen", so Anstadt. Bleibt nur noch zu hoffen, dass es in der Nacht zum 1. November nicht stürmt. "Wir hatten es auch schon, dass unsere Arbeit aufgrund einer stürmischen Nacht komplett dahin war und die Leute sich beschwert haben. Das ist dann aber höhere Gewalt", so Christoph Anstadt abschließend. . Die Verkehrssicherungspflicht trifft die Eigentümer nicht nur bei Eis und Schnee, sondern im Zuge der allgemeinen Straßenreinigung auch bei Laubfall. Da Laub bei Nässe auf festem Untergrund zur Rutschgefahr werden kann, sollte es stets rechtzeitig entfernt werden. Immobilieneigentümer müssten daher in den kommenden Wochen darauf achten, dass das Laub auf den öffentlichen Gehwegen vor den Grundstücken nicht zur Gefahrenquelle für Fußgänger wird, rät die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund St. Ingbert und Umgebung. Auch sei darauf zu achten, dass Straßenrinnen und Gullys nicht verstopft werden. Man kann das Laub beispielsweise kompostieren, als Frostschutz für Gartenpflanzen verwenden oder in St. Ingbert auf der Kompostieranlage entsorgen. Haus & Grund weist darauf hin, dass die Reinigungspflicht auch Dritten übertragen werden kann.

Allerdings bleibt der Eigentümer zur Überwachung verpflichtet. Die meisten Gemeinden regeln die Reinigungspflichten in Satzungen. Hier sollten sich die Eigentümer über Details informieren.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Friedhofsverwaltung der Stadt St. Ingbert weist darauf hin, dass die Friedhöfe in St. Ingbert-Mitte und in den Ortsteilen Rohrbach, Hassel, Oberwürzbach und Rentrisch am Donnerstag, 31. Oktober, geschlossen sind. Auch das Befahren des Waldfriedhofs ist an diesem Tag nicht möglich. Die Schließung ist erforderlich, damit die Friedhöfe zu Allerheiligen am 1. November entsprechend hergerichtet werden können. Die Bevölkerung, die Gärtnereien und die Steinmetzbetriebe werden gebeten, diese einschränkende Maßnahme zu beachten und Arbeiten auf den Friedhöfen bis zum 30. Oktober auszuführen. red

Mehr von Saarbrücker Zeitung