Lange Industrienacht war zu kurz

Rohrbach. Die "Lange Nacht der Industrie" ist ein Renner. Schon Wochen vorher waren die Plätze in den Bussen, die zu jeweils zwei Industriestandorten fuhren, ausgebucht. Diejenigen, die die Abendstunden am Donnerstag nutzten, um sich über die Festo in Rohrbach zu informieren, hatten gleichzeitig auch ein Ticket für die Betriebsbesichtigung bei Fresenius in St

Rohrbach. Die "Lange Nacht der Industrie" ist ein Renner. Schon Wochen vorher waren die Plätze in den Bussen, die zu jeweils zwei Industriestandorten fuhren, ausgebucht. Diejenigen, die die Abendstunden am Donnerstag nutzten, um sich über die Festo in Rohrbach zu informieren, hatten gleichzeitig auch ein Ticket für die Betriebsbesichtigung bei Fresenius in St. Wendel in der Tasche. Und das waren immerhin 100.In kleinen Gruppen ging es nach einer offiziellen Vorstellung der Firma hinaus in die Hallen. Zuerst gab es im Lernzentrum einen Blick auf die verschiedenen "Spielarten" der Pneumatik. Exponate, die wie ein elektronisches Spielzeug anmuten, aber eben mehr sind als das. Ein "Hütchenspiel" der anderen Art oder ein von Studenten gebautes Kugel-Fangspiel, das von der Bewegungsart wie ein Transrapid funktioniert, demonstrieren komplexe Abläufe. "Präzision wird hier mit hohen Beschleunigungen verbunden", erläuterte Festo-Mitarbeiter Tobias Jene. "Sie können das ausprobieren", motivierte er die Gäste. Manchmal ginge auch eine Kugel daneben. Eine junge Frau konterte lachend: "Ja, dann hat der Student falsch gerechnet."

Das Konzept der Veranstaltung: Interesse mit Spaß und einem Erlebnis in der Industrie verbinden. Charmant verkündet der "Guide" Bärbel Arend zu Beginn, dass sie nicht alles wissen könne, es aber für alles Fachleute gebe, die man fragen kann: "Sie brauchen also keine Angst haben, dass ich Ihnen einen Zylinder verkaufe."

Weiter geht es ins Logistikzentrum. Dort erfährt die Gruppe, dass sich in Rohrbach das Zentrallager der Festo weltweit befindet. Staunen bei den Gästen. Trotz der Führung herrscht Betriebsamkeit, sind die Stapler unterwegs. Werksschutzmann Rudi Jansen hat das alles im Blick und passt auf, dass in den sensiblen Bereichen keine Fotos gemacht werden. Denn seit kurzem zählt die Festo zu den "sicheren Versendern", was bei Luftfracht bedeutet, dass sie am Zoll nicht nochmal extra geöffnet werden muss. Bis zu 14 000 Päckchen werden jeden Tag hier "geschnürt", es gibt 100 000 Containerstellplätze. Durchschnittlich 2,6 Zylinder werden pro Auftrag bestellt, zwei Mitarbeiter montieren einen Zylinder inklusive Prüfung in unter einer Minute - das alles sind Zahlen, die die Gruppe beeindrucken. Es gibt Fragen nach den Regeln der Verkehrsordnung innerhalb des Werkes, den Verdienstmöglichkeiten, der Aus- und Weiterbildung, die Zuständigkeit der Optimierungsprozesse oder auch den Verwaltungsstrukturen, denn ein "nächtlicher" Gast vermisst einen Verwaltungstrakt.

Viel zu schnell war die Führung zu Ende, doch das Wesentliche wurde in den fast zwei Stunden klar. Die Mitarbeiter, die bei optimierten Abläufen um jede Sekunde weniger kämpfen, sind das Kapital der Festo. Klaus Utfeld von Festo forderte die Anwesenden auf, sich doch zu bewerben. Die Zeiten sind günstig und die Bedingungen passen.