Landrat Theophil Gallo besuchte die Willi-Graf-Schule in St. Ingbert

BBZ : Ein engagiertes Plädaoyer für Europa

Politikunterricht von Landrat Theophil Gallo erhielten Schüler des BBZ in St. Ingbert.

All das gehörte zum Vortrag, den Landrat Theophil Gallo vor den Schülern des Bereufsbildungszentrums St. Ingbert hielt. „Informationen aus erster Hand“, wie Schulleiterin Mechthild Falk sagte. Eine außergewöhnliche Unterrichtsstunde, die in allen weiterführenden Schulen des Kreises derzeit stattfindet. Anlass waren die bevorstehenden Europawahlen. Gallo möchte den Schülern nahebringen, wie wichtig die EU ist. Dabei handelte es sich keineswegs um eine Wahlveranstaltung.

Der Landrat spricht offen und direkt über aktuelle Themen. „Wir leben in einer tollen Zeit. Es geht uns gut, trotzdem sind einige Menschen unzufrieden.“ Sie haben Angst – etwa vor Krieg und dem Einsatz von Atomwaffen, aber viel zu selten vor dem zunehmenden Rechtspopulismus.“ Diesen kritisiert der Landrat scharf. Sowohl die Ziele der Angehörigen der AfD als auch Ansichten wie etwa Donald Trumps Berater Steve Bannon, der von einem „Europa der Vaterländer“ sprach. Das habe nichts mehr mit den Zielen der Europäischen Union zu tun. Einige der Aussagen widersprächen sogar dem Grundgesetz, wie Gallo mehrfach hervorhob.

Kriege zu verhindern war bei der Gründung der EU eines der Hauptziele. „Wir leben seit 70 Jahren in Frieden“, so Gallo. „Das soll noch viele Jahre so bleiben.“ Sein Ziel ist es, den Schülern ihre Verantwortung bewusst zu machen. Denn nur wer wählen geht, könne verhindern, dass der Rechtspopulismus weiter zunimmt. Nicht zu wählen oder aus Unzufriedenheit mit den Parteien als „Denkzettel“ eine Protestwahl anzustreben sei der falsche Weg. „Man darf kleine Dinge nicht groß werden lassen.“ Zu denken, dass schon alles gut gehen wird oder dass ja genug andere ihre Meinung abgeben. gehe nicht. „Gehen Sie wählen und wählen verantwortungsbewusst,“ lautet die Botschaft, die er am Ende des Vortrages den jungen Zuhörern mitgibt. Mit den Worten von Willi Graf: „Jeder einzeln trägt die ganze Verantwortung.“

Zudem lobte er die Partnerschaft des BBZ mit der polnischen Partnerschule. Der Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Ländern sei besonders wichtig. Genau wie der Zuzug nach Deutschland. Fachkräfte, etwa in den Bereichen Pflege und Handwerk, würden in Zukunft gebraucht. Auch hier sei Aufklärungsarbeit notwendig.

Die Schüler setzen sich mit dem Thema in der anschließenden Fragerunde kritisch auseinander. Das Fazit: Extreme, weder in die eine noch in die andere Richtung, bergen immer Gefahren. Besonders das Thema Politik in der Schule wollten sie intensiver besprechen. Die Grundlagen werden in jedem Lehrplan in den unterschiedlichen Fächern vermittelt, aber individueller Politikunterricht, in dem auch aktuelle Themen passend zum Tagesgeschehen besprochen werden, kommt ihnen zu kurz. Die Politikstunde der anderen Art kam bei den Schülern gut an. Gallo möchte sie auf jeden Fall wiederholen.

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