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Lärmschutzwand in Rentrisch kommt frühestens 2016

Lärmschutzwand in Rentrisch kommt frühestens 2016

Ingenieure der Deutschen Bahn und Stadtverwaltung haben am Dienstag in Rentrisch über das Ergebnis eines Lärmgutachtens informiert. Die Anwohner bekamen eine Vorstellung von einer Lärmschutzwand entlang der Bahn.

. Spätestens als im vergangenen Jahr die Bäume auf dem Bahndamm an der Unteren Kaiserstraße in Rentrisch aus Sicherheitsgründen gefällt oder gestutzt wurden, war das Thema Lärmschutz in der Ortsdurchfahrt entlang der Bahnstrecke Homburg-Saarbrücken wieder ein Thema, bei den Anwohnern, im Ortsrat und im Bau- und Umweltausschuss.

Entsprechend gut besucht war dann auch am Dienstag die Infoveranstaltung im Rentrischer Kulturhaus, bei der die Deutsche Bahn (DB) und die Stadt St. Ingbert über mögliche Maßnahmen im Rahmen des Programms zur "Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes" im Bereich Rentrisch informierten. Beigeordneter Adam Schmitt moderierte den Abend und forderte die Anwohner auf, Projektmanagerin Sabine Weiler von der DB Projektbau "mit Fragen zu quälen, damit am Ende die beste Lösung für Rentrisch herauskommt". Die Ingenieurin stellte gleich zu Beginn der zweistündigen Veranstaltung klar, dass die Bürger zum jetzigen, sehr frühen Zeitpunkt der Planungen zum Lärmschutz eingebunden werden, um die Möglichkeit zu haben, noch Einfluss auf das Projekt zu nehmen. Weiler zeigte sich überwältigt von der großen Resonanz, die zeige, dass das Thema die Gemüter im Ort bewege. Das Thema Lärmsanierung sei mit dem 1998 aufgelegten Programm ganz oben in der Politik angekommen. Dennoch sei es eine freiwillige Leistung, die die DB umsetze, auf die es aber keinen Rechtsanspruch gebe. Und dann wurde es konkret, denn der errechnete, nicht gemessene Verkehrslärm für den Streckenabschnitt zwischen Rentrisch und St. Ingbert kam zur Sprache. Dabei sei ermittelt worden, dass die einzuhaltenden nächtlichen Bahngeräusche von 60 Dezibel deutlich überschritten werden. Also muss eine Lärmschutzwand als aktiver Schallschutz her. Allerdings nur auf der der Kirche zugewandten Seite, da mit der Förderfähigkeit durch den Bund ein Kosten-Nutzen-Verhältnis verbunden ist, was die Situation zur Kaiserstraße nicht hergibt. Auf einem Plan waren die Häuser rot markiert, bei denen ein hoher Lärmpegel errechnet wurde.

An ihnen orientiert sich die Länge der Schallschutzwand, die im Endeffekt mehr als 725 Meter lang sein wird, eine Höhe von drei Metern erreicht und von der 79 Wohneinheiten profitieren. Räumlichkeiten, die trotz Wand den Schall noch "abbekommen", können mit passivem Lärmschutz wie schallisolierten Fenstern, Rolläden, Dächern oder auch Schalldämpflüftern ausgestattet werden, hieß es. In diesem Fall beträgt die Förderung allerdings nur 75 Prozent. Förderfähig sind die Einbauten bei den Häusern nur, wenn sie vor Inkrafttreten des Bundes-Immissions-Schutz-Gesetzes am 1. April 1974 gebaut wurden oder der Bebauungsplan schon vor dieser Zeit bestand.

Bei einem abgefragten "Stimmungsbild" waren außer einem Anwohner alle für die Lärmschutzwand, deren künftige Lage im Rathaus einzusehen ist. Gibt es keine Einwände, könnte die Wand 2016 gebaut werden. Klagt nur ein Anwohner, muss ein Planfeststellungsverfahren erfolgen und der Bau verzögert sich um zwei Jahre.