Lärmschutz bleibt Dauerthema

Die Firma Festo hat am Rohrbacher Diedesbühl ihr Gelände erweitert. Dafür wurden vor zwei Jahren umfangreiche Rodungen durchgeführt. Seitdem klagen die Anwohner über einen erhöhten Lärmpegel. Grund genug, sich in einer Sondersitzung des Ortsrates dieses Themas noch einmal anzunehmen.

 Norbert Funk (rechts) ist einer der Anwohner, der sich intensiv mit dem Thema Lärmschutz auseinandergesetzt hat. Fotos: Jung
Norbert Funk (rechts) ist einer der Anwohner, der sich intensiv mit dem Thema Lärmschutz auseinandergesetzt hat. Fotos: Jung

. Am Dienstagabend traf sich auf Einladung des Rohrbacher Ortsvorstehers Roland Weber der Ortsrat zu einer Sondersitzung im Bürgerhaus. Schon die vielen Gäste zeigten das Interesse an dem Thema, das als einziger Punkt auf der Tagesordnung stand: der Lärmschutz am Diedesbühl. "Seit der Rodung vor zwei Jahren beschäftigt uns das", so Herdis Behmann (SPD ), "bei einem Treffen mit der Verwaltung Anfang Januar hat man uns in dem Glauben gelassen, hier ließe sich nichts machen." Dass man, laut Weber, nach so langer Zeit wieder bei Null angekommen ist, liege aber nicht an der Untätigkeit der Stadt, wie Hans Henning Krämer, Klimaschutzmanager der Stadt St. Ingbert, anhand von Fakten ausführte. In einer Präsentation wurde die Entwicklung der Fläche am Diedesbühl erläutert und die diskutierten Möglichkeiten zum Lärmschutz angesprochen. "Der Vorwurf, die Stadt lässt die Bürger alleine, kann ich so nicht stehen lassen", sagte Krämer, der mit seiner Kollegin Rebecca Trautmann, Abteilung Stadtentwicklung , zu den Rohrbachern gekommen war. "Unterm Strich stehen bis jetzt mehrere 10 000 Euro Gutachter- und Arbeitskosten . Wir haben uns sehr um eine Lösung bemüht." Der Lärmschutz war allein in sieben Ortsratssitzungen, zwei Ausschusssitzungen, in den Haushaltsberatungen des Stadtrates und obendrein bei jeweils drei Besprechungen mit den Stadtwerken und dem Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) sowie der Festo ein Thema. Hinzu kämen noch dutzende Besprechungen und die zwei Gutachten . Diese kamen allerdings zu dem Ergebnis, weder Geschwindigkeitsbegrenzungen noch eine Schallschutzwand an der Autobahn brächten einen hörbaren Unterschied für die Anwohner.

Roland Weber moderierte die Veranstaltung geschickt, um Dialoge und damit hitzige Diskussionen zu vermeiden. Dass es sich beim Lärmschutz um ein fachspezifisches Thema handelt, wissen die Anwohner des Diedesbühl spätestens seit den Gutachten .

"Teillösungen sind besser als gar keine Lösung", hofft Krämer auf ein Ende der Diskussionen. Auch Anwohner Thomas Rohe aus dem Pfeifferwald sieht das mit vielen seiner Nachbarn so, bei denen er nach ihrer Meinung fragte. Die meisten wollen, dass endlich etwas passiert. Ein Energiewald als lärmschluckende "grüne Wand" entlang der Autobahn fand auch bei den Besuchern der Sitzung breite Zustimmung. Festo hätte das Geld bereit gestellt, nahm aber von den Plänen Abstand, nachdem man einen Brief als Meinung einer Bürgerinitiative interpretierte, zwischen deren Räder man nicht geraten wollte, wie Klaus Hilmer von Festo sagte. "Eine Bürgerinitiative gibt es definitiv nicht", so die Anwesenden, die sich nicht damit zufrieden geben, dass sie den Lärm aufgrund eines eventuellen Missverständnisses weiter ertragen müssen. Nun hoffen die Rohrbacher, dass die Festo-Entscheidung noch zu revidieren ist. Im Frühjahr soll eine Ortsbegehung folgen, auch mit den betroffenen Hasselern.