Kuriosum zur Festpremiere

Hatten die Besucher des ersten Sommerfestes am Rischbachstollen etwa Angst, dass sie ins Flöz müssen? Nur Oberbürgermeister Hans Wagner kam am Freitag nämlich pünktlich zur Premiere auf dem Grubengelände. Einen Tag später nahm das Fest aber Fahrt auf.

. "Ich bin erleichtert", atmete Edgar Schäfer am Samstagnachmittag auf, als sich die Sonne wieder zeigte. Der Vorsitzende des Vereins Besucherbergwerk Rischbachstollen und sein Team litten am Wochenende unter dem schlechten Wetter. Hatte man sich doch entschlossen, erstmalig - neben dem regelmäßigen Tag der offenen Tür einmal pro Monat - ein Sommerfest durchzuführen. Kaum hatte nämlich der Shanty-Chor der Marinekameradschaft Neunkirchen seinen Soundcheck beendet, kam die Sonne wieder. Schäfer und sein Team hatten sich mit der Premierenveranstaltung mächtig ins Zeug gelegt, waren aber zu Festbeginn am Freitagabend beim Fassanstich enttäuscht worden: Zu diesem war lediglich der Schirmherr, Oberbürgermeister Hans Wagner, erschienen.

Die Uhrzeit war einfach noch zu früh, mutmaßte Edgar Schäfer. So kam es, dass OB Wagner am Samstagnachmittag, unmittelbar vor Beginn des Shanty-Chor-Auftrittes, erneut am Rischbachstollen erschien. Der Verwaltungschef hatte nun wesentlich mehr Besucher. Dank der guten Vorbereitung, der Zapfhahn wurde zuvor fachmännisch vom gelernten Schreiner Hans Wagner gewässert, gelang der Faßanstich mit Bravour: Nur einen Schlag brauchte der Ratschef und das Freibierfass war angeschlagen.

Und direkt konnten die Sänger aus Neunkirchen mit ihren Seemannsliedern (Chorleitung: Michael Kleemann) starten. Das Abendprogramm oblag dann der Bildstocker Formation Chorwurm (Leitung: Lothar Glöckner). Bereits am Vormittag hatte das Zupforchester 78 St. Ingbert (Leitung: Sandra Derschang) das Programm mitgestaltet. Die Bergkapelle St. Ingbert hatte die musikalische Eröffnung am Freitagabend übernommen. Natürlich bestand an beiden Tagen auch die Möglichkeit, sich den Stollen anzusehen.

Neu war auch, dass der kleine Zug, der auf dem Außengelände zu sehen ist, sich deutlich vergrößert hat. Neben der knallgelben Diesellok, die von der Grube Camphausen stammt, befinden sich nun drei graue St. Ingberter Loren dahinter. Ganz neu ist ferner der Storrenbock-Langwagen, der von Grube zu Grube einen anderen Namen trägt. Auch dieser wurde den St. Ingbertern von Bergmannsfreunden aus Camphausen geschenkt. Idee des neuen Festes sei es, den Bergbau weiterhin im Bewusstsein der Leute zu halten, so Edgar Schäfer. "Wir müssen hier aktiv sein", betonte er. Schäfer ist seit rund sechs Monaten Vorsitzender.

Rund 100 Mitglieder hat der Verein Besucherbergwerk Rischbachstollen derzeit. "Ohne ein engagiertes Team kann ein Sommerfest heute nicht durchgeführt werden", betonte Vereinschef Schäfer.