Kunstwerke aus Stahl und Beton bei Peter Gross in St. Ingbert

Peter Gross Bau AG : Kunstwerke aus Stahl und Beton

Modern, minimalistisch und aus dem Material, mit dem die Firma tagtäglich selbst arbeitet: Die Firmenzentrale von Peter Gross Bau wird mit Kunststücken von Heiko Zahlmann geschmückt. „Kunst am Bau“ lautet das passende Thema.

Peter Gross Bau hat im Südwesten seit langem einen Namen und setzt bundesweit Bauvorhaben um. Seit 1885 gibt es das Unternehmen. Es wird in vierter Generation als Familienunternehmen geführt, tätig in allen Sparten des Hoch- und Tiefbaus, ebenso in den Bereichen Bau-, Roh- und Wertstoffe. Ihren Hauptsitz hat die Holding GmbH in der Dudweilerstraße in St. Ingbert-Mitte. Dort steht auch das neue Verwaltungsgebäude. Ein modernes und minimalistisches Bauwerk, in und vor dem sich nun auch das künstlerische Interesse des Geschäftsführers Philipp P. Gross zeigt.

Im Laufe des Jahres installierte der Hamburger Künstler Heiko Zahlmann die Wandgestaltung „Words Become Shapes“ im Eingangsbereich. Insgesamt besteht das Werk aus sieben Betonelementen. Die sichtbare Struktur entspricht der im Hochbau üblichen Holzschalung. Passend zur Patina der ebenfalls von Zahlmann stammenden Plastik im Außenbereich ist es zudem teilweise in einem Orangeton bemalt. Auf dem Vorplatz fand „Straight Up“ seinen Platz. Ebenfalls ein Entwurf des Künstlers, der von der saarländischen Firma Stahlbau Speicher umgesetzt wurde.

Auch hier spielt die Zahl sieben eine Rolle. Diesmal sind es zusammengeschweißte Corten-Stahl-Teile, die so miteinander harmonieren, dass man sich fragt, wie die Konstruktion im Gleichgewicht bleibt. Die von orangener Patina überzogene Oberfläche zeigt die Besonderheit dieses Materials: Es wird bewusst dem Verwitterungsprozess ausgesetzt, sodass sich eine Rostschicht bildet, die den darunterliegenden Stahl vor weiterer Oxidation schützt. Damit das Konstrukt stabil steht, ist außerdem Edelstahl mit verarbeitet. Beide Werke sind die Symbole der guten Zusammenarbeit der beiden saarländischen Unternehmen mit dem Hamburger Kunstschaffenden. Vor einigen Tagen wurden die neuen Kunstwerke im Kreis der Geschäftsleitung, der vermittelnden Saarbrücker Galerie Zimmerling & Jungfleisch und dem Künstler eingeweiht.

„Zahlmann arbeitet viel mit Beton“, sagte Geschäftsführer Philipp Gross. „Das ist ein Material, das wir selbst herstellen und täglich am Bau verarbeiten. Damit besteht eine wirklich bedeutungsvolle Verknüpfung zwischen Zahlmanns Kunst und unserem Unternehmen.“ Beton eröffne unzählige gestalterische Möglichkeiten und schaffe es, Aspekte von außerräumlichen Begebenheiten authentisch und kreativ in den innerräumlichen Kontext zu setzen. Beide gewählten Materialien haben einen starken Bezug zum Baugewebe, so Gross. Besonders Corten-Stahl spielt in der gestaltenden Architektur durch seine Patina eine immer größere Rolle. Die Wahl zeigt: „Wer erfinderisch ist, baut, wann immer möglich, eine Brücke zwischen Nutzen sowie ästhetischem Anspruch.“

Heiko Zahlmann freut sich über eine Zusammenarbeit wie diese, bei der er immer wieder Neues dazulernen kann. Seine Karriere begann er als Graffiti-Künstler, als der er sich einen Namen machte. Mit der Zeit suchte er nach einem eigenen Material, entwickelte sich weiter und landete schließlich beim Beton.

Das Material, auf das er früher seine Kunst aufgesprüht hatte, ist heute das zentrale Element. Nach und nach kamen andere Projekte hinzu und die Neugier und das Wissen über Techniken hinsichtlich plastischer Arbeit wuchsen. Also wurde der Sprayer zum Plastiker. In dieser Weiterentwicklung lässt die Farbenvielfalt immer mehr nach. Heute bleiben minimalistische, oft futuristische Formen.

„Je länger ich Künstler bin, desto weniger bin ich bereit, Kompromisse zu machen“, sagte Zahlmann. „Meine Arbeit wird immer persönlicher und darf ruhig polarisieren. Heute passt meine Arbeit nicht in jeden Kontext, in manchen Fällen passt sie jedoch umso mehr. Bei der Zusammenarbeit mit Peter Gross Bau galt wirklich 1+1=3. Ich bin glücklich, dass Herr Gross und ich uns so gut verstanden haben und er meinen Entwurf so respektiert hat. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden.“ Bisher ist „Straight Up“ seine größte Skulptur.

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